Abrudern 2009
aus Messingdolle
Das Wasser ist glatt, die Sonne schneit, die Nebelfelder auf den Feldern sieht man wirklich nur, wenn man nach ihnen gründlich sucht, kein Regen, keine dicken Pullover... kann das ein echtes Abrudern sein? Überall im Bus nach Bad Honneff hört man angeregte Diskussionen, ob das Wetter 40 km weiter im berüchtigten Süden doch noch umschlägt, aber wozu die Aufregung? Der Drachenfels erscheint in seiner ganzen Pracht, keine Gewitterwolken oder dichter Nebel weit und breit- aber leider fehlt das Wasser nicht nur in der Luft, sondern auch im Rhein. Ich bin ganz froh, dass ich die durch den Wasserstand ungewohnte Strecke nicht steuern muss. So kann ich von Schlag aus immer wieder Kommentare geben wie "ach, das ist aber flach hier" oder "wieso ist das so zäh, sind wir vielleicht doch stromauf unterwegs?".
Unsere Mittagsrast im Mondorfer Hafen verscheucht auch noch das letzte "Abruderfeeling". Nachdem wir alle Boote gekonnt gestapelt und ineinander verkeilt haben, um alle gleichzeitig an dem kleinen Steg anlegen zu können, will ich wie üblich zu dickem Pullover und Schal greifen, fische dann am Ende aber doch lieber Kopftuch und Wasserflasche aus meinem Seesack.
Die "zweite Hälfte" der Strecke zieht sich diesmal noch mehr als sonst, aber das Boot läuft gut und unser Jugenddreier wird jeden Kilometer etwas schneller. So schön bin ich noch nie durch Köln gefahren, keine lästigen Wellen, fast keine Schiffe, die Sonnenstrahlen auf dem Wasser...endlich in Stammheim angekommen hat es fast den Anschein, als wären wir die Ersten, aber gewisse Marathon-(u.ä.)Mannschaften sitzen schon frisch geduscht oben auf der Terasse... wie ich gehört habe hat sich das Training gelohnt!
Jetzt soll auch noch ein Boot getauft werden? Das kann man sich natürlich nicht entgehen lassen, zumal Florian Kaulhausen, unser Kilometerchampion, der Taufpate des neuen 4ers ist. Und wie heißt es? Weser, richtig. Der Name erinnert an unsere alte Weser, ein 5er, in dem nicht nur ich einen großen Teil meiner ersten (Kinder-)Ruderjahre gesessen habe. Fürs Kinderrudern ist die neue Weser wohl auch wieder gegeignet... "Das Boot wiegt ja gar nichts" und kann unterschiedlich hoch geriggert werden. Jörg Freidrich erklärt uns noch viele ander Neuheiten und Vorzüge von Steuer bis Bug, die uns selbst nach dem Abrudern Hände und Beine wieder kribbeln lassen. Also muss "die Neue" noch eine erste Fahrt über sich ergehen lassen, bevor sie wieder in die dunkle ruhige Bootshalle getragen wird.
Auch draußen klingt der Abend langsam aus... einer schöner Tag zum Abschluss der Rudersaison!
Gertrud
