Aller 2008
aus Messingdolle
Das rote Pferd auf der Aller
Nein, der Überschrift liegt keine bahnbrechende tierische Neuheit zugrunde, sondern vielmehr ein nicht ganz unbekannter "Partykracher" aus den einschlägigen Dorfdiscos dieses Landes. Und da dies direkt am ersten Abend kurzweilig Thema wurde, entwickelte sich daraus die Hymne für die gesamte Wanderfahrt und wurde bis zur wirklich letzten Minute in verschiedenen Varianten gesungen oder gegrölt.
Weitergehend war wichtig:
Was? - Jugendwanderfahrt
Wo? - Aller
Wann? - 21.05. - 25.05.2008
Wie? - Mit Neckar und Mosel auf Aller und Leine rudern
Den Grundstein dieser Wanderfahrt bildete ein reibungsloses Verladen der Boote am Dienstag nachmittag. Mit sieben Teilnehmern setzte sich der Bus mit Hänger am Mittwoch gegen 15 Uhr Richtung Celle in Bewegung, das er dank ausgiebiger Staus auf den Schnellfahrwegen (oder eben nicht) erst nach 6 Stunden erreichte. Dort warteten bereits Frank und Mattes, der mit dem Zug angereist war, außerdem auch Gertraud Esser und Klaus Noeske, die ihre Herberge an anderer Stelle hatten, in den folgenden Tagen aber stets im Pegasus mit uns ruderten.
Zu ziemlich später Stunde also wurde noch Wasser für Kartoffeln aufgesetzt und mit Würstchen und Sahnehering wurden diese verspeist. Daniel Budszus, Frank, Sebastian und Arne richteten sich mit Zelten draußen ein, Daniel Müller (im Folgenden wie auch auf der Wanderfahrt Danièlle genannt), Thorsten, Alexander, Antonia und Mattes richteten sich im Innenraum für die Nächtigung ein.
Des Morgens gegen 6.30 Uhr begannen wir fast jeden Tag mit der Frühstückszubereitung, was also bedeutete, dass auch alle etwas Unausgeschlafenen keine wirkliche Chance hatten, noch ein Auge zuzumachen. Nach jenem fuhren wir an diesem Fronleichnamsmorgen zum Startort der ersten Etappe: Müden-Flettmar. Unter einer Straßenbrücke ließen wir nach erfolgtem Aufriggern die Boote zu Wasser und ruderten Richtung Celle. Die erste Bootsrutsche unterwegs am Wehr Langlingen erwies sich als wenig brauchbar für unsere Boote, sodass wir dort umtragen mussten. Am nächsten Wehr in Offensen sah es da schon etwas besser aus und wir konnten die Bootsrutsche verwenden. Am dritten Wehr legten wir eine Mittagspause ein und ruderten die letzten 6km bis zum Ziel, dem "heimischen" Bootshaus des Celler RV, dann am frühen Nachmittag. Dort angekommen erfuhren wir, dass am morgigen Freitag das Bootshaus für eine private Feier vermietet worden war und wir somit draußen schlafen mussten. So bestand der Abend neben Pizza Zubereiten und Verspeisen sowie Einkaufen und Fußball spielen auch im Aufbauen der restlichen mitgebrachten Zelte, wobei Mattes' Zelt getrost als Hundehütte klassifiziert werden konnte, denn nach Zelt sah das im lauen Lüftchen schon voll aufgeblasene Stoffgebilde nicht aus. Den Abend ließen wir bei einem "entspannten" Ründchen Idioten-MauMau ausklingen.
Am Freitag begann der Rudertag mit dem berühmten Rein-ins-Boot und gleich wieder raus-ausm-Boot - Manöver, denn knappe 700 Meter hinter dem Celler RV befand sich die nächste Umtragestelle, die auch einiges an Zeit in Anspruch nahm. Anschließend führte uns diese insgesamt 28km lange Etappe vorbei an bekannten Anblicken von Wald und Wiese und der Schleuse Oldau zu unserer Mittagsraststelle, gelegen an einem kleinen Schlammstrand neben einer Weide, auf der zur Zeit etliche Heidschnucken anzutreffen waren. Diese kommentierten unsere Nahrungsaufnahme mit zahlreichen "Määäääh"-Lauten. Durch den vorhandenen Sand und Schlamm und Sandschlamm wurde bei einigen Teilnehmern wieder der kindliche Wille zum Burgen bauen geweckt und so wurde kurzerhand eine Tasse als Sandförmchen missbraucht und eine kleine Festung am Ufer errichtet. An der Schleuse Bannetze war dann Feierabend, wobei das Herausholen der Boote aus dem Wasser und das Umtragen Richtung Schleuse doch aufgrund der etwas längeren Distanz bzw. Schleusenlänge ordentlich Zeit beanspruchte. Wieder in Celle angekommen, fanden wir dann auch schon fein gedeckte Tische vor und richteten uns auf einen langen lärmigen Abend ein, der aber nicht zuletzt aufgrund der Musik, die gespielt wurde, doch recht erträglich war. Am frühen Abend machten wir noch einen Abstecher in die Stadt, wo Klaus uns alle zum Eis einlud und wir größtenteils (alte) Geschichten aus der Schule zum Besten gaben. Wieder zurück grillten wir gemütlich abseits der feiernden Gesellschaft, zogen uns zu später Stunde in die Zelte zurück und konnten zumeist trotz des noch etwas erhöhten Geräuschpegels zur Ruhe kommen.
Die kilometermäßig längste Etappe führte uns Samstag über 30,5km von Bannetze nach Hodenhagen. Nachdem bisher Antonia ihre Steuerkünste im Neckar unter Beweis stellen durfte, war heute Thorsten an der Reihe. An der Schleuse Hademstorf mit betretbarem Wehr nahmen wir die Boote zwecks Essenspause raus und erkundeten zudem ein wenig die Wehranlage. Die Rudertätigkeiten wieder aufgenommen, konnten wir dann auch gleich einen zweiten Fluss mit in die Statistik aufnehmen, denn hinter der Schleuse mündet der Kanal in die Leine, welche wiederum 1,5km später in die Aller mündet. In Hodenhagen angekommen schleppten wir alle drei Boote über den Deich auf die andere Seite um danach mit dem Bus wieder nach Celle zurück zu fahren. Damit wir am letzten Ruder- und gleichzeitig auch Abreisetag nicht noch zuviel anderes zu tun hätten, nutzten wir den Abend außer für die Verköstigung von Arnes köstlichem Risotto auch schon für das Abbauen der Zelte. Am späteren Abend mobilisierten Antonia, Danièlle, Thorsten, Sebastian, Alex und Mattes nochmal letzte Kräfte für ein Fußballmatch auf dem nebenan befindlichen Rasenplatz, bis dann der Ball irgendwann nicht mehr zu erkennen war.
24km von Hodenhagen nach Rethem. So lautete die letzte Etappe am Sonntag. Bis es aber soweit war, räumten wir erstmal am Bootshaus alles auf um dann doch noch eine Stunde auf den "Geldnehmer" zu warten. In der Zwischenzeit kickten einige noch ein wenig mit dem zuvor schon eigentlich in den Müll entsorgten Fußball, wobei Alex irgendwann den lang erwarteten Meisterschuss vollbrachte und den Ball in nebenliegendes Gewässer ballerte. In schlappen 100 Minuten ruderten wir dann nach Rethem, wo uns nach fertiggestelltem Abriggern und Aufladen die ersten Regentropfen dieser Wanderfahrt heimsuchten. Das machte uns aber nichts mehr aus und am frühen Nachmittag ging es über ein gutes Stück Landstraße und später auch Autobahn zurück nach Köln, das wir am frühen Abend nach wenigen Staus erreichten. Nach dem Ausräumen und Putzen hat sich dann das rote Pferd noch mal umgekehrt und mit seinem Schwanz die Fliege abgewehrt und wir alle sind nach einer richtig schönen Wanderfahrt erschöpft nach Hause aufgebrochen.
Und hier wie immer noch einige Stichpunkte für Insider:
- Mal Daniel, hier und da Niklas, ab und zu Marcel, selten Daniela und am häufigsten Danièlle
- mob, mob, mob
- Du Monster!
- Haa Haa!
- dooh!
- Eine Wanderfahrt oder gar nur eine Pause ohne Schlamm? - Undenkbar!
- Das Schlafen ansich muss einen ja nicht vom reden bzw. singen abhalten?!
- Das Kennzeichen K ist Krefeld, oder?
- Idioten-MauMau ist nichts für Simpsons-Süchtige...Nein!
- Isch hab Rücken...!
Mattes
Teilnehmer: Sebastian Bothe, Daniel Budszus, Frank Mackedanz, Arne Bosbach, Thorsten Ockelmann, Alexander Wardenbach, Antonia Loer, Matthias Lehmann, Daniel Müller.
