Bremen 2009

aus Messingdolle

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Bremen 2009 - I like to move it

Was? - Jugendwanderfahrt

Wo? - Osterholz-Scharmbeck

Wann? - 09.10. - 14.10.2009

Wie? - rudern und so


Der Andrang war groß, die Liste schnell gefüllt. Mit (für eine Herbst-Wanderfahrt) rekordverdächtigen 17 Teilnehmern verbrachten wir mal wieder einige schöne Tage zusammen beim RVOsch. Wie immer die Ferienstaus kaum abwarten könnend stürzten wir uns mit dem ersten Bus am Nachmittag ins Getümmel und fuhren sogleich mal auf der B51 gen Burscheid, da man die Fahrt ja nicht unbedingt direkt mit Stau beginnen muss. So kamen wir dann erst etwas später in den Genuss eines wenig fließenden stockenden Verkehrs, der aber zu unserer aller Überraschung für den Rest der Fahrt der einzige bleiben sollte. Noch vor 21 Uhr fuhren wir Tietjens Hütte an und machten uns dort breit. Der zweite Bus kam ziemlich genau 2 Stunden später und anschließend konnten wir unser Nachtmahl verspeisen.

Das Hochwasser hatte sich einen für uns günstigen Zeitpunkt auserwählt, sodass wir schon fast traditionell an der Stadtgrenze Lilienthal/Bremen die Boote zu Wasser ließen und unter leichtem Regen die Wümme runter ruderten. Für eine Wanderfahrt schon ungewöhnlich, in erster Linie aber wohl dem Wetter geschuldet, ruderten wir erstmal mind. 10km ohne Pause. Kurz vor Ritterhude beschlossen wir Mittag zu machen und Petrus gleichermaßen den Regen zu verstärken. So hatte sich selbst das Brot nach kurzer Zeit das Prädikat “saftig“ verdient. Durch die Nahrungsaufnahme aber gut gestärkt trotzten wir dem Regen und näherten uns der Schleuse Ritterhude und nun ließ auch das Nass von oben nach und hörte alsbald auf. Die Frage, wann denn der Schleusenwärter Ritterhude Mittag macht, konnte nicht so ganz sicher beantwortet werden, aber als wir etwa nach einer halben Stunde 14 Uhr hatten, stellte sich dieser Zeitpunkt auch als der der Arbeits-Wiederaufnahme heraus. Wie so oft bewährte sich das Tages-Restprogramm so gut, dass es auch an den folgenden Nachmittagen und Abenden kaum Abweichungen vom Programm gab. Wer nicht mit einkaufen fuhr, spielte zumeist Doppelkopf, wer nicht mitspielte half bei der Essensvorbereitung oder machte überall mit.

Die Vorhersage für den Sonntag verhieß vieles, bloß kein gutes Ruderwetter um die Tour zum Maschinenfleet wie angedacht durchzuführen. Also zogen wir die Hamme-Tour vor und ruderten bei teilweisem Sonnenschein Richtung Teufelsmoor und da wir, nicht ungewöhnlicherweise, schon weit vor der Mittagszeit dort waren, ruderten wir wieder zurück, um auf halbem Weg in Neu-Helgoland eine Pause einzulegen und sie insofern auszudehnen, als dass der Spaziergang ins Örtchen (nach Worpswede) nicht fehlen durfte. Drei Spazier-Unwillige ruderten die Freya zurück zum Bootshaus und machten noch einen Abstecher in den daneben liegenden Kanal zum Hafen Osterholz. Alle anderen marschierten bei anhaltend trockenem Wetter durch den Ort und durch Schotter und Stein zurück zu den Booten. An dieser Stelle folgt jetzt auch die Erklärung der Überschrift, denn insbesondere die Jüngeren unter uns nahmen sich diese Zeilen, die zuletzt durch den Film “Madagascar“ wieder an Berühmtheit hinzugewannen, als Anpeitscher für sich und den Rest der Mannschaft und grölten folgend alle paar Schläge „I like to move it, move it…“ wobei ein abschließendes “We like to move it“ den Startschuss für eine Tempoverschärfung darstellte. Auf jeden Fall blieben diese Songzeilen (manchmal auch ohne Text) für den Rest der Wanderfahrt unverzichtbar.

Wenigstens am Montag war die Wettervorhersage insoweit zutreffend, als dass es wenigstens trocken blieb und wir auch Sonne genießen durften. Wir starteten am Bootshaus und konnten ohne zusätzliche Wartezeit an der Ritterhuder Schleuse durch bis zur “Schlamm-Umtrage“ am Maschinenfleet rudern. Aufgrund des Hochwassers war aber gar nicht viel mit Schlamm und wir konnten die Boote dort relativ mühelos aus dem Wasser nehmen um sie nach gegenüber zu transportieren. Doch wenn das schon reibungslos ablief, dann musste ja bald ein anderes Hindernis folgen. Und siehe da: etwa 100 Meter nach der Umtragestelle hatte es sich ein Baum in seiner ganzen Länge im Wasser gemütlich gemacht und versperrte uns den Weg. Nachdem die Freya dort aber doch ohne größere Probleme hindurch kam, probierten es auch die anderen Boote und hatten Erfolg. Scheinbar angetan vom Erfolg des Unter-dem-Baum-Tauchens steuerte die Freya zwischenzeitlich unbeabsichtigt auf ein weiteres Bäumchen am Ufer zu, was Johannes zu der Frage verleiten ließ „Wollt ihr da auch noch durch?“ Angenehm gestaltete sich auch der Schiebewind der uns die Fahrt auf dem Maschinenfleet zeitlich verkürzte. Wenige Kilometer dahinter pausierten wir an der “Müllschleuse“ und vertrieben uns einmal mehr die Zeit mit Kastanien- Hoch-, Tief und Weitwurf. Der Abstecher in den Torfkanal durfte verständlicherweise nicht fehlen und verlangte insbesondere den (Steuer-)Greenhorns alles ab. Während sich die einen dort im Finndorfer Hafen sonnten, machten die anderen einen Abstecher zum Bremer Hauptbahnhof und deckten sich mit Eis und/oder Kuchenteilchen ein. Die letzten Kilometer bis zum Segelverein Wümme verliefen komplikationsfrei und dort durften wir freundlicherweise wieder unsere Boote über Nacht liegen lassen. Moritz hatte bereits seit der Umtrage am Maschinenfleet wegen Schmerzen an der Hand die Mosel handgesteuert und beantwortete Arnes Vorschlag, ihm Voltaren auf die wunde Stelle zu schmieren, da das schön kühlen würde mit „Mir ist doch so schon scheiße kalt“. Zurück am Bootshaus besserte sich Moritz’ Hand leider nicht, sodass Guido und Sebastian ihn noch am gleichen Abend zu einer Ärztin begleiteten, die seine Hand prompt eingipste und ihn am nächsten Morgen wieder sehen wollte.

Dieser nächste Morgen bzw. Tag fiel mit der ersten Tageshälfte so richtig unter die Kategorie “Pleiten, Pech und Pannen“. Zunächst warteten wir bis in den frühen Vormittag auf die Rückkehr von Moritz und Guido von der neuerlichen Untersuchung, die mit dem Ergebnis, dass Moritz noch heute nach Hause fahren müsse, wahrlich keine Begeisterungsstürme auslöste. Also mussten wir uns von Moritz und Guido verabschieden und brachen auf in Richtung Bremen. Denkste. Beide Vorderräder an einem der beiden Busse waren so mit Rissen versehen, dass eine Weiterfahrt nicht zu verantworten gewesen wäre. Also wurden schnell die Ersatzreifen ausgekramt und aufgezogen und mit einer noch größeren Verspätung ging es dann endlich zurück zum Segelverein, bei dem uns neben den Booten auch noch eine mittelgroße Wand am Himmel erwartete und uns nach nur wenigen Metern mit ordentlich Nass versorgte, sodass wir an bzw. unter der Brücke vor der “Müllschleuse“ erstmal einen Stop einlegten, bis es sich ausgeregnet hatte. Aufgrund des großen Abstandes zwischen Frühstück und des Rudergeschehens kämpfte so mancher mit seinen Kräften und der Kälte, sodass wir schon direkt hinter der Schleuse Mittag machten und beschlossen, dass wir uns aufteilen. 2 Boote fahren wieder zurück zum Segelverein und machen dort Feierabend, die anderen beiden Boote rudern die ursprünglich für alle vorgesehene Tour. So machte sich eine unterbesetzte Mosel und die Ratibor auf den Weg zurück, ein unterbesetzter Neckar und die Freya ruderten weiter über Dammsiel und Ritterhude zum Bootshaus. Den Rest des Tages war von Wolken geschweige denn von Regen keine Spur mehr und so mach einer bekam noch fast Sonnenbrand im Gesicht. Vom Bootshaus machten sich dann am späten Nachmittag noch mal einige auf um die beiden anderen Boote vom Segelverein zurückzuholen, während die Anderen die zum Bootshaus geruderten Boote schon verladefertig machten.

Nach dem Putzen und Aufräumen am Morgen verkleinerte sich unsere Gruppe noch weiter, da Sebastian und Julius von ihren Eltern und Geschwistern abgeholt wurden und in zwei ziemlich geräumigen Bussen ging es am frühen Vormittag auf den Heimweg. Am Bootshaus Stammheim angekommen stellten wir wie immer das halbe Bootshaus mit unseren Utensilien voll und erledigten die weiteren Putz- und Aufräumarbeiten.

Insgesamt war es wie immer eine richtig schöne und gelungene Wanderfahrt!


Matthias


Und hier wie immer noch einige Stichpunkte für Insider:

  • Utz Kijewski
  • Spielen wir mit Soli?
  • Was machen wir eigentlich mit den Matjes?
  • Wo ist denn der Eier-Piekser schon wieder hin?


Teilnehmer: Sebastian Bothe, Arne Bosbach, Julius Haase, Klaus Langenstück, Niklas Friedel, Florian Schröder, Mechthild Bosbach, Daniel Budszus, Florian Kaulhausen, Frank Mackedanz, Antonia Loer, Guido Leutz, Sebastian Haase, Moritz Bößert, Johannes Langenfeld, Matthias Lehmann

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