Fahrtenbericht Holland 2011
aus Messingdolle
Fahrtenbericht Holland 2011
Mücken, in Holland?! Niemals! Oder doch?
Am Donnerstag um 15:00 Uhr(18.8.) trafen sich sieben Ruder willige am Bootshaus in Stammheim um sich auf den Weg in die Niederlande zu machen. Doch diesmal waren nicht nur bekannte Gesichter aus der Wanderruder-Jugend mit dabei, sondern auch zwei aus dem nahen Fühlingen, die sich nicht der Versuchung widersetzen konnten anderthalb Wochen in Holland zu Rudern, jedenfalls war einer von ihnen, Ozan, schon ein mal auf Wanderfahrt mit uns. Da die Ruderboote schon am Tag zuvor verladen worden sind und Matthias und Moritz bereits den größten Teil eingekauft hatten, mussten nur noch ein paar Getränke besorgt werden und los ging die Fahrt, jedoch aus unterschiedlichen Verzögerungen erst um 15:50 Uhr. Wir machten uns also mit Bus, Hänger, Bora und zwei Fahrrädern, die natürlich auf einem Fahrradhalter am Auto befestigt waren, nach Holland auf. Die Anreise verlief ohne Probleme und so kamen wir gegen 19:30 Uhr an unserem Quartier auf Zeit in Bad Hoopuizen an. Und was wäre das Leben ohne Überraschungen, wurde uns vom Campingplatz-Wart gesagt, dass unser Platz unter Wasser stände - was bei diesem Regen auch keine Seltenheit ist - und wir auf einem anderen Bereich des Platzes hausen sollten. Also fuhren wir mit allen Fahrzeugen über die doch sehr engen Wege des Campingplatzes und schauten uns die Wiese an. Selbst an der Stelle, die noch bewohnbar sei sank man ungefähr 2 Zentimeter ein. Da hier das Verweilen zur Qual geworden wäre, gingen einige von uns noch zu anderen Stellen am Campingplatz. Die eine Alternative wäre sich direkt am See niederzulassen, wobei diese vom Mitarbeiter als nicht möglich angesehen wurde. Die zweite Alternative war jedoch ein voller Erfolg, da die Wiese weder matschig war noch von vielen anderen Campern bewohnt wurde. Also bauten wir hier unsere Zelte auf und es hörte sogar auf zu Regnen. Als wir dann endlich alle Behausungen aufgebaut hatten, ging es ans Kochen. Hierfür mussten wir leider auf das große, orange Küchenzelt verzichten, da dieses am Tag des Verladens unauffindbar war. Jedoch half hier Johannes mit seinem Zelt aus, in dem man sogar Bierbänke aufstellen konnte. Der Tag endete mit einer Speisung mit Würstchen und Kartoffeln.
Freitag, 19.8. Ein verrückter und ein netter Holländer
Für manche war es bestimmt eine Überraschung, dass man am Morgen anstatt vom Lärm der Geschirrbox von einem verrückten Holländer geweckt wurde, der mit seinen holländischen Weckrufen versuchte die Gruppe zum Aufstehen zu zwingen. Da der letzte Tag lang war und man sich über die heutige Etappe noch nicht einig war, schien es auch kein Problem zu sein, dass man ganz untypisch für Wanderfahrten erst um 9:00 Uhr aufgestanden ist. Als dann gegen 9:30 Uhr alle am gedeckten Frühstückstisch saßen, unterhielt man sich über die möglichen Strecken des heutigen Rudertages. Einstimmig wurde beschlossen, dass wir mit den noch aufgeladenen Booten zu einer Einsatzstelle fahren, die sich später als optimal herausstellte, und dann von dieser Stelle aus zu einem zwischen Stopp zu Rudern, dort die Boote ablegen und am Samstag weiter fahren. Munter und durch das schöne Wetter auch sehr zum Rudern motiviert, frühstückten wir zu ende und machten uns auf den Weg zu unserer Startstelle. Auf dem Weg dorthin fuhren wir auch an unserem heutigen Etappen-Ende vorbei und wollten schon mal Sebastians Auto dort vorstellen. Leider war der Steg auf einem Gelände eines Rudervereins bei dem wir vor verschlossenen Toren standen. Nun war guter Rat teuer. Doch ein kurzer Besuch im Büro einer benachbarten Firma zeigte uns nicht nur den Weg zu einer anderen Aussetzstelle sondern bewies uns ebenfalls wie nett Holländer sind wenn man mit ihnen auf Niederländisch spricht. Also ging es nun weiter zur alternativen Aussetzstelle. Und schon wieder gab es ein kleines Problem. Die Straße, die zu unserem Etappen-Ziel führte, war während eines gewissen Zeitraums gesperrt. Auf der Hinfahrt war dies kein Problem, jedoch wenn wir zurück kommen wäre ein Herausfahren des Autos etwas problematisch gewesen. Wir ließen uns aber nicht irritieren und setzten unsere Fahrt weiter. Die vom netten Holländer beschriebene Stelle erwies sich als äußert Ruderboote kompatibel und so stellten wir ein Auto an diese Stelle und fuhren zu unserer Einsetzzsetzstelle. Bei der Ankunft waren wir alle hellauf begeistert von der Qualität dieser Rampe. Und so wurden die Boote schnell abgeladen, aufgeriggert und um ca. 12:00 Uhr fanden wir uns auf dem Wasser wieder. Da das Frühstück doch sehr lange her war, überlegte man über den Platz der Mittagspause. Zum Glück hatten einige aufmerksamen Ruderer während der Autofahrt eine super Steganlage entdeckt, die wir nach 2 Kilometer Rudern erreichten. Also schnell die Boote am Steg befestigen, aussteigen, Fress-Tonne mitnehmen und auspacken, denn es hatten alle Hunger. Doch während des Speisens bekamen wir Besuch von zwei, drei ähmmm ich meine 6 Wespen, die sich sehr ausführlich für unsere Honig-Brote interessierten. Um die Wespen zu vertreiben bot sich die Gelegenheit ein Honig-Brot an das andere Ende des Stegs zu legen und abzuwarten. Leider trat der erwünschte Fall nicht ein und Johannes schreitete mit einer anderen Methode an die Mücken, er nahm kurzer Hand das Brot-Messer und schnitt die Wespen einfach durch. Naja nicht besonders appetitlich aber trotzdem und ich habe Recht :-). Nachdem dann alle nach einer Stunde ordentlich gespeist hatten und langsam auch wieder los wollten, packten wir unsere Sachen, machten noch ein Foto der „grünen Kathedrale“, einem „Wald“ in Form einer Kirche. Und so hieß es dann in allen Booten: „alles voraus und los!“ Die letzten 10 Kilometer legte jedes Boot ohne Schwierigkeiten zurück, außer dass so mancher etwas erzürnt über die gerade Strecke war. Okay es war schon ziemlich gerade und die Landschaft grün und grün und grün. Und so kamen wir irgendwann zu unserem heutigen Ziel. Doch so einfach wie gedacht war es trotzdem nicht. Anlegen war nämlich nicht am kompletten Ufer möglich, außer man wollte unbedingt matschige Schuhe haben. Doch wir fanden ein schönes Plätzchen und legten an. Schnell waren alle Boote aus dem Wasser geholt und auf die nicht matschigen Stellen des Weges gelegt. Um wieder nach Hause zu kommen, holten Johannes und Sebastian B. mit den Fahrrädern den Bus und der Rest fuhr mit dem Bora zurück zum Campingplatz und weiter zum Einkaufen im sehr schönen Nunspeet. Als die Einkäufer zurück kamen, bot ihnen sich jedoch eine kleine Überraschung. Johannes und Sebastian waren trotz allen Erwartungen noch nicht von ihrem Fahrradtrip zurück und so machte sich der ein oder andere schon ein bisschen Sorgen. Ungefähr 30 Minuten später trafen sie dann gesund und munter mit dem Bus am Campingplatz ein und wir konnten mit der Essenszubereitung beginnen. Da diese Beschäftigung immer etwas länger dauert, konnten wir uns über ein echtes Candlelight-dinner freuen. Zusätzlich war es ein richtiges Reinfeiern in Ozans Geburtstag. Doch so mancher Verstand unter „Reinfeiern was anderes“ und so war die Stimmung bei Wanderfahrten-Neuling Julian nicht besonders „Party fröhlig“ Einstimmig beschloss man das Abspülen auf Samstag Morgen zu verlegen und sich der schönsten Beschäftigung des Tages, dem Schlafen, zu widmen, aber nicht bevor alle Ozan zum Geburtstag gratuliert hatten.
Samstag, 20.8. Ein Schleuse und eine „Kreuzfahrt“ über´s Veluwemeer
„Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint. Um dies zu sehen müsst ihr aufstehen!“, so oder so ähnlich wurden wir geweckt, natürlich auf Niederländisch durch den vom Fahrtenleiter bestellten Holländer. Mit müden Gesichtern und sichtlich wenig Motivation saßen wir nun am Frühstücktisch und tranken eine Tasse des Wachmachmittels Kaffee. Da wir heute zwangsläufig von unserem gestrigen Zielpunkt starten mussten, entfiel die Debatte über die heute zu rudernde Strecke. Es hätte alles so schön sein können und wir hätten unser Ziel vor 12 Uhr auf dem Wasser zu sein fast erreicht, da „lächelte“ uns noch der Stapel des dreckigen Bestecks an, das natürlich noch zu spülen war. Doch durch das kompetente Spülteam war auch diese Hürde schnell überwunden und wir konnten uns auf den Weg machen. Angekommen am Startpunkt ging dann fast alles automatisch von Statten und mit der Wunscheinteilung von Ozan (Hera: Moritz, Ozan, Sebastian H.; Mosel: Sebastian B., Matthias, Julian, Johannes), quasi ein Geburtstagsgeschenk, ging es los in Richtung Campingplatz. Nach ca. 9 Kilometern bot sich eine geradezu „perfekte“ :-) Stelle für eine Mittagspause. Alle waren sichtlich überrascht darüber, dass man im Vergleich zu gestern die Mittagspause so spät machte. Aber egal, es war Pause. Doch so mancher fragte nach der heutigen Etappen Länge und bekam förmlich ein blasses Gesicht, als er die Kilometer Zahl hörte: 27 Kilometer, dazu eine „Kreuzfahrt“ über´s Veluwemeer, und wir hatten gerade 9 Kilometer und waren schon 2 Stunden unterwegs. Naja, mal sehen. Und so ging es nach einer Stunde Pause wieder los. Die Motivation war bei fast allen am Tiefpunkt, vor allem die Vorfreude auf den möglichen Gegenwind auf der Fahrt ermunterte die meisten nicht. Aber heute kam auch wieder alles zusammen, die etwas längere Tour, der Wind, die gerade Strecke und die Kekse! Alles jammern und Aufregen half nichts und so kamen wir irgendwann zur Schleuse am Veluwemeer, die gerade beim Obmann der Hera Angst und Bange auslöste. Doch wir mussten darein. Wie schon erwartet, war diese Schleuse eine vom Bautyp „Ian-Gedenk-Schleuse“, also schmal und verdammt schnell. „Bloß nicht den Piddelhaken los lassen!“, dieser Satz wurde zum Leitsatz dieser Schleusung. Irgendwann war auch diese „Attraktion“ vorbei und wir fuhren weiter. Während der Hafenausfahrt blickten wir auf ein schier endloses Gewässer, und wir mussten darüber. Es war aber nicht das einzige Problem, da der ein oder andere langsam etwas Druck auf der Blase verspürte, musste irgendwo ein Plätzchen zum Anlegen gefunden werden. Mitten im Schilf befand sich eine kleine Lichtung, die man mit etwas Kletter Akrobatik erreichen konnte. Und so wurde dieser Platz zu unserer zweiten Pause. Wieder mitten auf dem Wasser, erspähte Moritz ca. 250 Meter entfernt von unserem Pausenplatz einen weißen Sandstrand, die Motivation gerade bei ihm war nun im tiefsten Keller. Nach einer Stunde Fahrt über den großen Teich, durch Wellen, an Segelbooten vorbei, kamen wir endlich am Campingplatz an. Die Boote wurden auf die Wiese gelegt, der heutige Rudertag war vorbei, endlich! Nur noch schnell Einkaufen, Essen machen und Schlafen. Diese Reihenfolge behielten wir ein, pünktlich um 23 Uhr wurde das Essen serviert. Heute aber ausnahmsweise vom Grill, da Ozan sich zum Geburtstag Essen aussuchen konnte, entschied er sich fürs Grillen, zum Glück hatten wir auch daran gedacht. Wie wir mit dem Abspülen verblieben sind, kann sich bestimmt jeder denken. Der Tag ging auch heute wieder mit Zähneputzen im „Trafo-Häuschen“ zu Ende. Kurzer Hand wurde dann vor den Sanitär-Gebäuden von zwei Leuten mit Handys, die nach dem Wetter geguckt haben, der morgige Rudertag, aufgrund drohender Gewitter abgesagt und gegen einen Strand-Tag getauscht. Gute Nacht!
Sonntag, 21.8. Wo sind Moritz und Johannes?!
Dieser Morgen hielt ein paar Überraschungen bereit, die Verkündung, dass Moritz und Johannes verschwunden waren. Panisch wurde am Strand geguckt, ob die Beiden vielleicht dort übernachtet haben, keine Spur. Doch da öffnete sich langsam die Bustür und herauskam ein verschlafener Johannes, die beiden hatten wirklich im Bus übernachtet, die Attraktion des Tages. Auch frische Brötchen wurden serviert und so begann ein entspannter Tag. Wie bereits am gestrigen Tag angekündigt wollten wir das Rudern aufgrund der Witterung ausfallen und heute einen vorgezogenen Stadt-Tag machen, der sich jedoch auf den Campingplatz beschränkte. Aber auch dort konnte man vieles unternehmen, unter anderem wollten einige im Veluwe-Meer schwimmen gehen, Betonung liegt auf „wollten“ schwimmen gehen, denn das Wasser war nicht nur kalt, sondern auch flach. So hatte sich das Schwimmen erledigt. Fahren wir fort mit Möglichkeit 2: Rudern mit dem Einer, Nöck, um auch den Renn-Ruderern die nötigen Trainings-Einheiten zu bieten. Da aber auch an diesem Tag ruderbegeisterte Wanderfahrten-Teilnehmer anwesend waren, wurde schnell noch der Zweier abgeladen, aufgeriggert und zu Wasser gelassen. Die obligatorische Mittagspause fand ebenfalls statt. Um die Bänke der Mittagspause wieder zu unserem Quartier zu bringen, nutzten wir diesmal unsere Boote als Transportmittel und luden die Bänke einfach in den „Peter“ und ruderten unterbesetzt zu einer, unseren Zelten naheliegenden Einsetz-Stelle. Da wir nichts mehr zu Essen hatten, mussten wir noch schnell einkaufen. Trotzdem gab es an diesem Tag kein Midnight-Dinner, was für ein Verlust.
Montag, 22.8. Tschüss Johannes und hallo Annika, zusätzlich, wo ist der Kaffee-Becher?!
Ausnahmsweise standen wir heute alle relativ pünktlich auf. Dies lag auf der einen Seite daran, dass wir gestern relativ pünktlich gegessen hatten, auf der anderen Seite, dass Johannes heute leider schon fahren musste und nun seine Sachen zusammensuchen und packen musste. Die Strecke, die wir heute rudern wollten, stand schon fest und so wurde schnell gefrühstückt um heute doch mal vor 12 Uhr auf dem Wasser zu sein, dies stellte sich jedoch als Illusion heraus. Mit etwas Verspätung fuhren wir nun mit Bus, Hänger und Bora zu unser Einsetzstelle, bei der wir am Anfang schon einmal waren, mit der Absicht dort die Boote abzuladen und diesmal in die andere Richtung zu Rudern. Der Plan sah vor, dass Johannes erst mitkommt und dann mit dem Auto zum Bahnhof fährt um seinen Zug zu erreichen, so weit so gut. Leider gab es zwei Staus in ganz Holland, einer auf der Haupt-Autobahn des Landes, der andere genau auf unserer Strecke, 3 Kilometer Stau. Und so mussten wir Johannes in einer Pannenbucht verabschieden, da sonst sein Zug ohne ihn abgefahren wäre. Der Rest fuhr nun weiter und kam endlich an unserem Start an. Doch auch hier wurde unser Plan nicht in die Tat umgesetzt. Da beim Einsetzen der Skulls jemand in der Steuerleine der Mosel hängen geblieben ist, riss die Fußsteuerleine und das Steuern war nicht mehr möglich. Zum Glück hatte Sebastian B. sein „Tönnchen“ dabei, in dem das ein oder andere nützliche Equipment bereitliegt. Und so wurde schnell eine Überbrückungskonstruktion gebaut und das Steuer funktionierte wieder einwandfrei. Unser einziger Feind war nur noch die Zeit, es war mittlerweile 14:00 Uhr, als es in allen Booten das Kommando zum Rudern gab. Und so entschieden wir uns, die eigentliche Strecke leicht zu verkürzen um den restlichen Zeitplan einhalten zu können, denn wir mussten ja noch Annika vom Bahnhof abholen. Nach ca. 5 Kilometern bot sich eine optimale Stelle für eine Mittagspause, die man nicht ausschlagen konnte. Und so wurde schnell am RV „Pampus“ angelegt, die Kaffee-Kanne und Fress-Tonne mitgenommen um etwas nach der anstregenden Tour zu speisen. Leider hatte der Fress-Tonnen-Verantwortliche, dieser hatte auch die Steuerleine außer Betrieb genommen, es war einfach nicht sein Tag, keine Becher für den Kaffee mitgenommen was eine Improvisations Show im Thema „Wie baue ich mir eine Kaffee-Tasse“ mit sich zog. Hier ein paar Beispiele: Streichhölzer, Klebeband und die Abdeckung des Kamera-Obejktives, oder eine ausgehölte Melonen-Schale bzw. der Deckel des Schlamm-Glases. Egal ob es funktioniert hat oder nicht, der Kaffee war am Ende leer. Nach dieser sehr entspannenden Pause setzten wir unsere Fahrt weiter und fuhren in Richtung SB-Schleuse und zurück. Dabei kam man das ein oder andere, komische Gebäude zu sehen, mit reichlich Freiraum für Spekulationen, was es denn darstellen könnte. An der Schleuse angekommen, wurde schon einmal die Umgebung abgecheckt. Endlich an unserem Ziel angekommen, es war auch unser Startpunkt, legten wir die Boote auf den Hänger, machten sie Unwetter resistent und fuhren zum Bahnhof in Nunspeet. Dort sammelten wir Annika ein und Matthias suchte zusammen mit Sebastian H. das Auto, welches Johannes am Mittag bei seiner Ankunft irgendwo am Bahnhof „versteckt“ hatte, die Hinweise per SMS, die Geo-Caching ähnelten, wurde der Wagen schnell gefunden und los ging es zum Einkaufen. Zurück am Campingplatz wurde gekocht, gegessen, und sich unterhalten, wobei die Gespräche nicht unbedingt einen Sinn hatten und alle zwei Minuten extreme Lach-Krämpfe verursachten. Irgendwann, so gegen null Uhr beschlossen einige sich in ihr Zelt zu legen und zu schlafen.
Dienstag, 23.8. Nasse Zelte und der Besuch im „red-light-district“
„Ist dein Zelt auch nass?!“, „hast du das Unwetter in der Nacht auch mitbekommen?“, so oder so ähnlich lauteten die Unterhaltungen am Morgen, nach einer Nacht, in der so mancher eine eher unfreiwillige Dusche bekommen hatte. Um jedoch der Gefahr beim Rudern nass zu werden, nicht den Hauch einer Chance zu geben, beschlossen wir heute einen Stadt-Tag in Amsterdam zu machen. Aber nicht bevor wir eine unangenehme Entdeckung gemacht hatten, die fleißigen Säuberungskräfte, die die Sanitär-Gebäude in einen Mücken freien Zustand versetzen sollten, kamen heute nicht, bzw. säuberten nur die Waschbecken und nicht die Toiletten. Und so waren alle Toiletten unbenutzbar, da einem sonst beim Öffnen der Türen eine ganze Mückeninfanterie ins Gesicht geflogen wäre. Trotz aller Unanähmlichkeiten ging es dann an den frisch gedeckten Frühstückstisch, heute sogar mit Brötchen. Nachdem alle gespeist hatten, machten wir uns auf den Weg nach Amsterdam. Nach einer guten Stunde Fahrt kamen wir dort an und machten uns kurz einen ersten Eindruck, bevor es auf die Suche nach einem legalen Parkplatz, denn Falsch-Parken in Amsterdam oder allgemein in den Niederlanden ist „etwas“ teurer, als in Deutschland. Irgendwann fanden wir einen Parkplatz, in irgendeiner Seitenstraße. Und los ging´s per Pedes in die Innenstadt von Amsterdam. An einigen Hochhäusern vorbei, über die Grachten drüber, durch die engen Gassen, bestückt mit diversen „Kaffee“-Läden, durch eine Straße, deren Landen-Lokale komplett aus Imbiss-Buden und Restaurants bestand und natürlich zum Hauptbahnhof.
Mittwoch, 24.8. Merke: „ Der Weg zwischen Boot und Steg wird breiter!“
Heute ging es dann auf die Tour, die wir eigentlich am Montag machen wollten, die aber aufgrund einer Störung im planmäßigen Betriebsablauf leider etwas verkürzt worden ist. So ging es nach dem Frühstück, heute relativ zügig, zu unserer, mittlerweile zur Standard Startstelle gewordenen, Slipanlage, an der wir die auf dem Hänger unwetterfest gemachten Boote, abluden und ins Wasser legten. Von dort aus ging es nun auf eine sehr schöne Etappe, die am Anfang aber mal wieder gerade aus ging. Zwischendurch fing es dann auch mal an zu regnen, was jedoch nicht so schlimm war, da ein kurzer Regen zwischendurch gar nicht mal so schlimm war. Doch auch bei schönstem Ruderwetter ist eine Pause auch mal wichtig und so wollten wir an einer vortrefflichen Stelle, einem großen Steg, eine kleine Pause einlegen. Doch als die Hera um die Ecke bog, erblickte die Besatzung nur ein Boot, was ohne jegliche Ruderer einfach neben dem Steg auf dem Wasser trieb. Daneben ein Piddelhaken, mit dem die Insassen, die sich nun am Steg befanden, wahrscheinlich krampfartig versucht hatten, das Boot wieder an den Steg zu bekommen, dieser Versuch misslang. Und so blieb der Hera-Mannschaft nichts anderes übrig, als das führerlose Boot wieder an den Steg zu bekommen. Irgendwie schafften wir es, die Mosel wieder an den Steg zu bringen und konnten nun auch eine Pause machen. Doch nicht ohne die nächste Überraschung. Auf dem Steg stand ein von oben bis unten komplett durchnässter Julian, der nun versuchte, durch das Zusammensuchen von trockenen Kleidungsstücken versuchte der Kälte zu entkommen. Nun die alles entscheidende Frage: „Wie konnte das passieren?“. Die Antwort ist relativ plausibel und in einem Satz zu erklären: Der Abstand zwischen Boot und Steg wurde beim Aussteigen immer größer, dazwischen war Julian! Um die Erkenntnis, dass ein Boot beim Aussteigen wegtreiben kann, reicher, setzten wir unsere Fahrt nun weiter. Das nächste Stück war nicht mehr so gerade und die sehr außergewöhnliche Architektur der Gebäude in „Almere“ war einige Blicke wert. Unsere Mittagspause machten wir dann an einer von zwei SB-Schleusen bevor wir wieder in Richtung Slipanlage ruderten. Zurück am Campingplatz überlegten wir uns eine Strecke für Donnerstag und konnten einigermaßen früh essen. Doch dieser Abend hielt noch ein paar Überraschungen bereit. Die Unterhaltungen am Abend verursachten bei einigen noch stärkere Lach-Ausbrüche als an den anderen Abenden.
Donnerstag, 25.8.2011 „Sprechen nur Sie Holländisch?“
Schon am frühen Morgen fiel nun die Entscheidung, dass dies unser letzter Rudertag werden wird und unsere Abfahrt schon für Freitag geplant wurde. Wie sich später herausstellte, sollte dies eine sehr kluge Entscheidung gewesen sein. Jetzt aber wieder zurück zum Tagesablauf. Nachdem wir alle gefrühstückt hatten und man dem Gärtner mit dem Rasenmäher Bescheid gesagt hatte, dass er doch bitte auf unser Kabel aufpassen sollte, ging es nun ein letztes Mal zur Einsetz-Stelle. Doch heute war dies nicht unser Ziel, sondern ein See, an den wir nun den Hänger und den Bus stellten. Und nun ging es mal wieder von dieser Stelle aus los, durch das gerade Stück des Kanals, auf einen See, an komischen Gebäuden vorbei unter Brücken durch, die diesmal sehr ausgiebig als Regenschutz genutzt wurden, zu unserer ersten und letzten Schleuse. Danach noch 3 Kilometer weiter, zu unserem Steg für die Mittagspause. Und ab hier hatten wir plötzlich zwei weibliche Fahrtenteilnehmer. Denn ein sehr interessierter Niederländer sah in Ozan keinen Jungen sondern eher ein Mädchen. Und das wir bis auf Matthias kein Holländisch sprachen, verwunderte ihn auch irgendwie. Das Wetter schien nun nicht mehr so freundlich zu sein, dass wir versuchten relativ schnell weiter zu kommen. Unsere Vermutung war richtig und so wurden wir auf dem letzten Stück noch etwas nass. Und wer vermutet schon auf einem geraden Kanal einen Pfeiler im Wasser, fuhr Matthias auch schon gegen ihn, und 500 Meter später der Steuermann der Mosel auch, aber nur fast. Die Abbiegung auf den See wollte einfach nicht kommen, so dass wir fast schon dran vorbei fuhren. Noch schnell über den See gerudert und schon waren wir da. Die Boote zerlegten wir dann in viele Einzelteil, verluden sie auf den Hänger, unterhielten uns über das Sandmännchen und fuhren zurück zum Campingplatz um unser letztes Abendessen auf diesem Platz zu uns zunehmen.
Freitag, 26.8. „Den Wagen bekommen wir schon raus! Oder auch nicht?“
Heute ist Abfahrt und heute ist Unwetter angesagt. Deswegen wollten wir auch keine Zeit verlieren und fingen sofort nach dem Frühstück mit Packen an. Leider kam der Sturz-Regen schneller als befürchtet und so ließ es sich nicht vermeiden, einen Teil komplett durchnässt mit nach Hause zu nehmen. Die Wiese stand wie so häufig unter Wasser, als wir den Bus wenden wollten. Und dann war es auch schon passiert. Der Bus stand mit beiden Rädern zehn Zentimeter tief im Schlamm und es wurde noch tiefer. Da half weder der Bora noch das Auto eines anderen Campers aus, um den Bus wieder fahrbereit zu machen. Letztendlich hat uns dann der Traktor des Campingplatz-Wärters geholfen, den Bus wieder raus zuziehen. Wie die Wiese danach aussah will keiner wissen. Und gerade heute sollte der Chef kommen. Mit ungefähr anderthalb Stunden Verspätung ging es dann gen Stammheim und wir verließen Holland mit einem traurigen Auge. In Stammheim angekommen, bemühten wir uns die Sachen so schnell wie möglich sauber zu machen und in die Bootshalle zu legen. Gegen 22:00 Uhr waren wir endlich fertig und konnten nun nach einer sehr schönen Wanderfahrt entspannt und fröhlich ins Wochenende starten. Auf ein Neues!
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- unter Reinfeiern verstehe ich was anderes
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Teilnehmer: Matthias Lehmann, Johannes Langenfeld, Sebastian Bothe, Annika L. , Julian Fischer, Ozan Isikovali, Moritz Bößert, Sebastian Haase
Sebastian Haase
