Kinder-/Jugendwanderfahrt Emden
aus Messingdolle
Die Wanderfahrt der Vollpfosten und Knallidioten
Das ist zugegebenermaßen mal wieder eine etwas ungewöhnliche Überschrift, aber dennoch mehr als gerechtfertigt. Was würden wir nur ohne diese Zutherschen Kosenamen machen? Sie waren nicht bloß loser Bestandteil dieser Wanderfahrt sondern geradezu ein festes Ritual um jemanden anzureden (und ihm ggf. mitzuteilen, was er doch für eine nette Person ist). Jedenfalls kamen wir im Laufe der Wanderfahrt alle in den Genuss dieser liebevollen Verbalattacken.
Doch nun wie immer die vier Fragzeichen:
Was? - Kinder- und Jugendwanderfahrt
Wo? - Emden
Wann? - 19.7. bis 23.7.2006
Wer? - boah, 20 Leude
Um 9 Uhr ist Abfahrt!
Wer hätte gedacht, dass das trotz der großen Anzahl an Teilnehmern bei dieser munter-fröhlichen “Friesland-Regatta“ tatsächlich fast hinhaute. 20! (in Worten: zwanzig) Kinder und Jugendliche inkl. Fahrtenleitung machten sich am Morgen des 19.07.2006 auf den Weg vom Bootshaus Stammheim zur Heimat des Emder Rudervereins. Eine logistische Herausforderung, die zur Folge hatte, dass wir mit 2 Bussen und einem Auto die Autobahnen unsicher machten.
Eigentlich ging es ja schon Dienstag abend los: um 17 Uhr trafen sich alle Teilnehmer zum Verladen der Boote und zum anschließenden Grill-Abend. Kiki hatte Geburstag und Sebastian einige Tage zuvor, sodass dann auch fast alle Ruderkameraden dort waren, um zu gratulieren und sich mit Würstchen, Steaks, Salat und Kuchen den Magen vollzuschlagen. Nicht zuletzt wegen der direkt bevorstehenden Wanderfahrt endete diese Feier für die meisten allerdings deutlich vor Mitternacht.
Am nächsten Morgen also setzte sich der Tross in Bewegung. Auf einer reibungs- und pausenlosen Fahrt wurde das Boothaus an der ausgewiesenermaßen einzigen 4-fach Schleuse Europas kurz vor 13 Uhr erreicht und nach anschließender Ausräumung der Busse und Aufriggern der Boote ging es dann auch gleich zu einer ersten Schnuppertour aufs Wasser. Nicht für alle, da das Abendessen eingekauft und organisiert werden musste und dies war wegen zweier unverrückbarer Tatsachen (erstens: Kochen für zwanzig hungrige Bootsbesetzer will auch erstmal bewältigt werden und zweitens dann auch noch für 2 Tage, da die Küche am nächsten Tag für uns fast unbenutzbar war) etwas arbeitsreicher. Also ging es zu fünft in den nächst besten Groß-Supermarkt, in dem wir dann auch gleich das Sortiment der Regale mit Nahrungsmitteln übersichtlicher gestaltet haben, sprich: mit mehr als 2 vollen Einkaufswagen waren wir ab sofort der Motor der emsländischen Wirtschaft. Dies erkannte auch die Kassiererin und reagierte auf die Rückgabe eines von ihr an uns geliehenen Einkaufschips mit der dauerhaften und kostenlosen Herausgabe eines zweiten. Die Tatsache des etwa 1 Meter langen Kassenzettels und der Summe von gut 209 Euro entlockte Stefan ein lockeres “Och das geht ja noch“.
Um mehrere Boxen und Pakete Nahrungsmittel, einige Kästen Wasser und zwei Einkaufschips reicher ging es dann in der Kochstube des Bootshauses ans Essen zubereiten. Stefan zauberte eine spezielle Zuthersche Tomatensoße und versah seine generellen Kochkünste mit dem Kommentar „Kochen kann ich ja eigentlich nix, aber das (die Soße) kann ich!“ Und er sollte recht behalten. Abends richtete sich ein jeder an seinem favorisierten Schlafplatz ein, der entweder in der Fitnesshalle, in einer der Bootshallen oder draussen vor den Bootshallen (oder sogar auf dem Steg) lag. Kurz bevor es -rein lichttechnisch gesehen- Zeit wurde, unsere Handlungen von Lampen beleuchten zu lassen, fand sich (wie an einigen anderen Abenden auch) noch eine Kleingruppe zum entspannten Stadtrundfahrt-Rudern zusammen.
Überraschenderweise begann der Donnerstag mit Frühstück, zu dem natürlich auch u.a. ein Nutellaglas gehörte. Dieses wurde übrigens trotz des Inhaltes von 1 kg keine 3 Tage alt.
Nach dieser Erstversorgung mit Nahrung packten alle ihre Schlafutensilien und sonstigen nicht mit ins Boot zu nehmenden Gepäckstücke in einen Lagerraum, der anschließend aussah, als wäre unter Hempels Sofa der dritte Weltkrieg ausgebrochen.
Heute war kein Landdienst vonnöten, sodass sich dann gegen 8.30 Uhr alle 20 Ruderwilligen auf 5 Boote verteilten (Margot, Hera, Weser, Lahn, Elbe) und sich auf eine im Bootshaus als 30km ausgewiesene Strecke aufmachten. Im Endeffekt waren es wohl keine 20km, dennoch nicht uninteressant, wurde man doch schließlich durch eine äusserst schaumige Schleuse nach oben befördert (blöd nur, dass diese Art von Schaum die Boote nicht wirklich sauber macht) und kaum aus ihr raus konnte man auch sogleich an erstbester Stelle anlegen. Der Grund hierfür lag in einem Gewitter, dass zwar kurz, aber mit heftigem Regen versehen, unsere Tour unterbrach. Nach einer ausgedehnten Mittagspause ging es dann auf einem kurzen Rückweg durch einen Teil des Hafens, in dem wir nicht nur ein großes Schiff sondern auch an Land befindliche U-Boote in Reperatur bestaunen konnten. foto:12022 foto:12034 Relativ früh waren wir dann schon wieder an den heimischen Bootshallen angekommen, sodass bereits nach der Einkaufstour am frühen Nachmittag das tagszuvor zubereitete Chilli con Carne gegessen werden konnte. Anschließend machten sich noch zwei kleine Grüppchen auf den Weg die Stadt per pedes zu erkunden, wobei mal wieder erwiesen wurde: Alle Wege führen zum ALDI (dort trafen sich beide Gruppen zufällig). Der Abend (so wie die meisten Abende) wurde insbesondere von Eric, Natascha und Alexander zum ausgiebigen Federball spielen genutzt. Gegen Ende der Wanderfahrt hatten dann auch alle ihre Fehlerquote auf etwa 50% reduzieren können.
Das fröhliche Aufstehen am Morgen ("boah sch****, wer kommt eigentlich auf die Idee so früh aufzustehen?") wurde nach einem Grufti-Musik - Intermezzo am Donnerstag früh dann ab Freitag wieder durch kurzweilige Musik-Dudeleien des NDR-Jugendprogramms in die Wege geleitet. Trotzdem hob sich der Stimmungs- und Gemütspegel bei den Meisten erst nach der ersten Tasse Kaffee. Anderthalb Studen später konnten dann alle motiviert auf ihrem Roll- oder Steuersitz platznehmen.
Heute absolvierten Kiki und Bernhard Landdienst, sodass wir die Margot an Land ließen, während sich die anderen auf den Weg zum Großen Meer (einem See in der Umgebung von Emden) aufmachten. Dabei beinhaltete die Strecke - nachdem wir die City von Emden hinter uns gelassen hatten- viele an Kuhweiden verlaufende Kanäle, sodass bei einigen Teilnehmern dieser Wanderfahrt der sogenannte “Muuuh-Komplex“ auftrat. Dies äußerte sich bei einigen durch hin- und wiederkehrende "Muuuh"-Laute, bei anderen (insbesondere) jüngeren Teilnehmern artete dies teilweise in einer Dauer-"Muuuh"-Lautgebung aus. Des Weiteren war auf dieser Etappe wieder einmal der Tatbestand des versuchten und großenteils auch erfolgreichen Fahnenklau sehr häufig gegeben.
Auch an diesem Tag legten wir eine großzügige Mittagspause ein, die von vielen durch Beachvolleyballspiel und Wasserschlachten genutzt wurde, die anderen machten es sich unter unserem Sonnensegel so gut als möglich bequem. foto:12085 Am frühen Nachmittag ging es vom Großen über das Kleine Meer und durch Emder Kanäle mit teilweise sehr ansehnlichen Häuschen am Ufer zurück zur Kesselschleuse. Insgesamt lässt sich feststellen, dass man innerhalb Emdens mit jeglicher Art von Ruderbooten eigentlich nie länger als 5 aneinanderfolgende Schläge rudern kann, ohne auf der Steuer- oder Backbordseite stoppen zu müssen, damit man um die Kurve kommt. Bei mehr als 3 Booten hintereinander war also innerhalb der Stadt immer ein gewisser Rückstau garantiert. Zum Abendessen gabs diesmal Lauchsuppe und Spinatlasagne, wonach die einen noch ein Ründchen auf dem Wasser drehten und die anderen entweder am Bootshaus zurückblieben oder die Stadt unsicher machten.
Am Samstag ging es wie an allen anderen Tagen auch morgens um 6 Uhr los, sodass nach der ersten Nahrungsaufnahme alle Boote gegen 8 Uhr zu Wasser gelassen werden konnten. Heute wurde die Lahn von Johannes, Andreas, Ian, Leon und Florian nach Greetsiel gesteuert. Dort hofften die Jungs möglichst dicht ans Meer rudern zu können. Im Endeffekt konnten sie -nachdem sie angelegt hatten- nach einer schwimmweisen Flussüberquerung, der Kurzwanderung durch Naturschutzgebiet, dem Lauf durch ein Distelfeld u.ä. das Meer zumindest riechen.
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Alle anderen bewältigten währenddessen eine Rundtour durch die Kanäle westlich von Emden, deren Streckenverlauf bzw die Aussicht vom Boot aus teilweise so spannend war, dass man ruhigen Gewissens einen Maulwurfshügel am Ufer als unvergessliche Sensation hätte einstufen können. Als Platz für die Mittagspause wurde eine Kuhwiese ausgewählt, die zwar von einem stromgeladenen Draht umgeben war, uns aber dennoch nicht von der dortigen Sättigung unseres Hungergefühls abhielt. Wie am Vortag stellten wir auch dort wieder unser Sonnensegel auf, welches sich aber schnell mehr als Sauna dann als Schattenspender herausstellte.
Wieder am Bootshaus angekommen ergab sich für uns die Möglichkeit zum Grillen, wonach die Einkaufstour darauf orientiert losbrauste. Nach diesem Einkauf konnte auch Stefan mit der Gewissheit von 20 leergetrunkenen Wasserkästen wähernd dieser Wanderfahrt und einer insgesamten Länge der Kassenzettel von 2,20 Meter zufrieden sein.
Der leichte Regen am Abend tat sowohl der Durchführung des Grillens als auch der guten Stimmung keinen Abbruch.
Auch am Sonntag fanden sich vor der Abreise mittags noch einmal alle zusammen um ein paar Kilometer im Umkreis des Bootshauses zu rudern. Hierbei überzeugte Ian über die eigene Bootsbesatzung hinaus mit seinen Steuerqualitäten und präsentierte sich sehr naturverbunden. Dies tat er, indem er das Boot aus dem Busch raus und nach dem knapp verfehlten Brückenpfeiler wieder in den nächsten Busch rein"steuerte". Um das mal so zwischendurch zu erwähnen: Überhaupt waren die Steuerkünste einzelner Personen bei dieser Wanderfahrt sehr interessant zu beobachten. Meine Wenigkeit versuchte am Abend zuvor mithilfe des Befehls "Steuerbord stoppen" eine Linkskurve zu meistern?! Und Eric, der aufgrund einer Ellbogenverletzung zum Dauersteuern verurteilt war, nahm sich mit Freude die Enten als etwaiges Ziel, allerdings ohne dabei Schaden anzurichten. Johanna machte da eher unfreiwllig kurzen Prozess, als sie einem quakenden Zeitgenossen mit dem Skull eins überwatschte.
Zusätzlich ergaben sich an diesem letzten Ruderausflug zwischenzeitlich sehr interessante Bootsbesatzungen. So wurde das ein oder andere Boot durch Fahnenklau-Aktionen und den damit verbundenen Schwimmaktivitäten einzelner Personen unterbesetzt gerudert, ein 4er mit Steuermann kam am Boothaus als 7er wieder an ;-).
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Nach dem Säubern der Boote und dem Zusammensuchen seines Hab und Guts übergaben wir sämtliche Boote an die nächste Wanderfahrtengruppe des RTHC, die mittags dort ankam. So ging es um 13 Uhr wieder auf den Weg Richtung Köln.
Was sonst noch auffiel
- eine Warnung vor einer ungesicherten Unfallstelle auf der A 31 kann bis zu 2 Stunden akut bleiben
- es gibt Einkaufswagen, mit denen kommt man einfach nicht durch die Kasse
- wenn du einen geliehenen Einkaufschip zurückbringst bekommst du diesen und einen zweiten geschenkt
- Tauben vermehren sich unter Brücken schnell
- Handys sollte man besser nicht im Fitnessraum aufladen (nu isses wech)
- Um in der ersten Bootshalle das Licht auszumachen muss man in die zweite Bootshalle gehen und sich vorher genau merken wo der Durchgang war
- Cola Zero und Cola Light ist das Gleiche
- die Lahn bleibt auch mit 8 Insassen noch halbwegs ruderfähig
Matthias
Teilnehmer
Gertrud Langenfeld, Johannes Langenfeld, Bernhard Langenfeld, Kirsten Fröhlingsdorf, Johanna Fröhlingsdorf, Sebastian Bothe, Matthias Lehmann, Alexander Wardenbach, Ian Noack, Eric Noack, Florian Marchand, Kathrin Marchand, Clarissa Kannengießer, Felizitas Kannengießer, Natascha Henze, Stefan Zuther, Leon Kellermann, Stephanie Irmscher, Johannes Pielorz
