Kinderwanderfahrt Bremen 2005

aus Messingdolle

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Inhaltsverzeichnis

Der konkrete Fahrtenbericht

Bremer Stadtmusikanten

Was? - „Kinder“-Wanderfahrt (ey, rudern, weißt du?)
Wo? - Osterholz-Scharmbeck
Wann? - 2.8. bis 6.8.2005
Wer? - 11 Freunde müsst ihr sein

Na, das geht ja schon mal gut los, was? Um es gleich vorweg zu nehmen: Die grammatikalisch nicht immer ganz sattelfesten Ausdrücke bzw. Wortaneinanderreihungen basieren auf der speziellen Sprache, die während dieser Wanderfahrt dominierte. Oder in anderen Worten: Ein Satz, der nicht mit „ey“ anfing und im weiteren Verlauf (sofern der Satz noch mehr als dieses Wort beinhaltete) nicht mindestens die Wörter „konkret, krass und alder“ aufwies, hatte kaum Chancen, vom Anderen aufgenommen zu werden. (Beispiel: Die Frage - von der Küchencrew stammend- ob es denn der gesamten Truppe genehm wäre, wenn es zum Abendessen Broccoli als Beilage gäbe, wurde von Andreas F. kurzerhand in „Ey, Broccoli oder wos?“ verkürzt.) Aber nun der Reihe nach:

Tag 1: abriggern, aufriggern, abfahren, ankommen, anrudern, abendessen

Los ging’s Dienstag morgen ab 8.30 Uhr mit der ersten und bis Samstag einzigen Teilnehmerfeld-Verkleinerung. Johanna Fröhlingsdorf konnte wegen ihrer Knieverletzung nicht mitfahren. In der Konsequenz hieß das für alle anderen, die schon aufgeladene Elbe wieder abzuladen und aufzuriggern und stattdessen die Mosel abzuriggern und zu den bereits aufgeladenen Booten Günter Kraus und Stift hinzuzufügen. Folge: die schon vorher bezweifelte Abfahrtszeit von 9 Uhr verzögerte sich ein wenig. Dann ging’s aber endlich los und Stefan Z.s erster Satz unterwegs („Immer ordentlich Gas geben“) begründete das relativ zügige Erreichen des Zielortes am frühen Nachmittag.

Dort gab man sich dann auch nur wenig Zeit zum Einrichten, denn alle wollten eigentlich sowieso nur das Eine: Rudern.
Rudern
Also Gepäck in die Abstellkammer geschmissen und rauf aufs Wasser zur ersten Schnuppertour, die bei einigen direkt Naserümpfen hervorrief („Was’n das für ’ne Kloake?“). Man befand sich also in Moornähe. Die Besatzung des Stift (Andreas F. und Matthias L.) überzeugte durch einen sehr ufer-orientierten Zick-Zack-Kurs (beide Vollprofis waren der Fußsteuerung bisher nicht vertraut gewesen), der allerdings sehr zum Bedauern der beiden nicht zu Extra-Kilometern führte. Stefan Z. fuhr bei dieser Tour (wie auch bei allen folgenden) mit seinen Untergebenen nach Möglichkeit immer 1 km vor den Anderen, um dann über die Abgehängten zu lästern. Apropos Niveau: Zwar war über die Hälfte aller Beteiligten 16 oder älter, doch die Bemühungen, den Altersunterschied durch mentale Schwächen zu minimieren, waren größtenteils ein voller Erfolg.

Diese erste Tour, also vom Bootshaus nach Worpswede/ Neu-Helgoland und zurück (12 km) füllte das Ruderprogramm für diesen Tag aus und danach begann ein sehr ausführliches Abendprogramm, das u.a. Lasagne-Platten-Abbrechen als neuen Volkssport auswies.

Und auch schon am ersten Abend passierte etwas, das den Rest der Fahrt Dauerthema bleiben sollte: Die kuriosen Wetten des Ian N. mit Stefan Z.. Im Nachhinein ziemlich lustig fuer zumindest 10 der 11 Gruppenmitglieder und ganz nebenbei auch noch ein zeitwerter Vorteil, denn dadurch hatte sich der Spüldienst für nahezu den Rest der Woche geklärt. Die Nacht (eigentlich alle Nächte) nutzte Hendrik F. zu einer ausgiebigen Präsentation verschiedener Sägearten, die so manchen auf die Palme bzw. um einen längeren Schlaf brachte.

Tag 2: Alles nach Plan

Am Mittwoch stand die erste richtige Tages-Tour auf dem Programm: Vom Bootshaus nach Bremen-Borgfeld. Und alles bestens durchgeplant. Also kanns losgehen. So etwa nach den ersten 10 km kamen erste leise Zweifel auf, ob man denn wirklich auf dem richtigen Weg sei. Diese fanden zunächst aber noch kein Gehör. Erst nach ein paar weiteren Kilometern, als man das Etappenziel Mittagspause doch eigentlich schon erreicht haben sollte, prüfte man die mitgenommen Karten etwas genauer und stellte fest, dass diese in der Reihenfolge falsch eingeheftet waren.

Kurzerhand wurde Matthias L. zum Sündenbock dieses Vorfalls erklärt, da dieser die Karten falsch sortiert haben soll, jener aber gab dieses Kompliment freundlich aber bestimmt an Sebastian B. zurück. Na jut, nützt ja alles nix, aber wie weit ist es denn nun noch bis zur Mittagspause und überhaupt: wo simmer denn hier? Die erstere Frage wurde im Verlauf mit zunehmender Intensität gestellt und spätestens nach 1 ½ Stunden konnte man die Antworten auf diese Frage getrost als wohlgemeinte aber wertlose Durchhalteparole einstufen, sodass Stefan Z. seine Zielangabe grundsätzlich auf „Lass dich überraschen“ reduzierte. Auch der Satz „Hier müsste eigentlich ’ne Schleuse sein“ hatte im Laufe des Tages merklich an Bedeutung verloren. Und sogar im zweiten Teil dieser Tagestour wurde eine wichtige Abzweigung (nämlich die am Ziel) in erster Instanz verfehlt. Dies hatte zur Folge, dass wir alle im Laufe des Tages unfreiwillig eine Ausbildung zum Hobby-Botaniker durchmachten und sogar Stefan Z. mit seinem Boot des Öfteren in die Büsche rauschte. Irgendwann fanden wir dann doch noch tatsächlich die richtige Abzweigung und hinter einer Selbstbedienungsschleuse lag unser Etappenziel (insgesamt hatten wir dann an diesem Tag 28 km zurückgelegt). Bleibt zu erwähnen, dass Stefan Z. beim Betätigen der Schleuse Bekanntschaft mit einem Mann machte, der anscheinend in einem Anflug geistiger Anwesenheit fragte: „Wollt ihr hier schleusen?“

Der Rest des Tages ähnelte in seinem Ablauf dem des Vortages und mündete in einem Chili-con-carne - Essen mit anschließendem Würfelspiel (Mäxchen), das bei der Gruppe großen Anklang fand und folgend die restlichen Abende bestimmen sollte.

Tag 3: Drei Schleusen für ein Halleluja

Der Tag begann eigentlich wie jeder andere: Frühstück, Sachen packen, los geht’s. Diesmal nicht vom Bootshaus aus, wir hatten die Boote ja in Borgfeld bei einem dort ansässigen Segelverein (also wo man da Segeln will, bleibt uns bis heute ein Rätsel) gelassen. Also schön mit Bus und Auto da hin fahren. Tja, dann sag mal nen Satz mit „x“: Das war wohl nix. Denn Stefans Auto war herrlich (also besser gings wirklich nicht) zugeparkt, also war Zusammenquetschen im Bus angesagt (da merkte man mal wieder, wie sehr eigentlich das gute alte Kurvenfallen Spass machen kann). Irgendwann am -inzwischen schon späten- Vormittag waren wir dann wieder mit den Booten auf dem Wasser und einfach mal munter den Kanal runter.

Nach einem guten Kilometer gings nicht mehr wirklich gut weiter, also Wende marsch marsch und ab in den Torfkanal. Der war denn gleich nochmal `ne Spur enger, aber alles im Rahmen des Machbaren. Dann kam nach wenigen Kilometern bereits Schleuse Nummer 1 (unglaubliche 30 cm Höhendifferenz waren schätzungsweise zu bewältigen) und dort wurde gleich mal Mittagspause gemacht
Mittagspause
. Nach der Pause waren es offiziell 5 km bis zur zweiten Schleuse. Nun gut, man war ja nicht so ganz passende Kilometerangaben vom Vortag gewohnt, so störte es niemanden ernsthaft, dass auch diese Strecke im Endeffekt ein wenig länger war. An der Schleuse angekommen, dauerte es dann etwas länger, bis es weiterging, weil der eigentlich eingeteilte Schleusenwärter angeblich wegen des wehenden Windes die zu betätigende Klingel nicht gehört hat. So wurde von einer Passantin der Ersatz herbeigetelefoniert und dann wurden wir hochgeschleust. Aber wie! Ganz großer Sport! Alexander und Ian im Stift in der Schleuse ganz vorne, Günni und Mosel dahinter. Soweit so schlecht. Denn jetzt ging die Post ab. Von vorne rauschte das Wasser mächtig herein und der Zweier war dieser Wassergewalt nicht ganz gewachsen. Zack, war der erste Piddelhaken futsch (wurde aber schnell wiedergefunden) und *rumms* lag das Boot quer in der Schleuse. Die Zwei im Stift staunten nicht schlecht ob der Intensität dieses Schleusenvorgangs. Aber nochmal alles gut gegangen. Allerdings sahen wir uns im Recht, für diese vorgeführte Schleusenakrobatik vom umherstehenden Publikum nachträglich Eintritt zu verlangen. Da dies nicht von Erfolg gekrönt war, beließen wir es bei einem freundlichen Hinweis an die Umherstehenden: „Do not try this at home“.
Schleuse Kuhsiel

Weiter gings 3 km gegen den Strom der Wümme (diese führte inzwischen ordentlich Wasser) und kurz vor der letzten Schleuse kam Stefan Z. der Einfall, dass diese nur bis 16 Uhr offen wäre. Hm, Uhrenvergleich: 15.58 Uhr. Na denn, nix wie hin. Nachdem wir dorthin gebrettert waren, stellte sich (natürlich) heraus, dass der Schleusenbetrieb bis 19 Uhr erfolgte. Ausnahmsweise mal ohne besonderen Vorkommnisse ging es durch die dritte Schleuse und dann noch 5 km bis zum Bootshaus. Dort angekommen wurde die Einkaufstour wieder losgeschickt und Pizza und Salat gemacht und ausgiebig gefuttert.

Tag 4: Bremen-Wetter

Punkt 7.10 Uhr droehnte Take That „Back for Good“ aus Matthias’ Miniradio. Ja, nicht unbedingt die perfekte Musik zum Aufstehen, aber was solls. Heute sollte es ja schließlich mal was früher losgehen. 9 Uhr auf dem Wasser, 12 Uhr in Bremen-Vegesack und ’ne Stunde später wieder zurück. So lautete der Plan im Vorfeld dieses Tages. Aber naja, eigentlich wäre es ja zu verwunderlich, wenn das mal hinhauen würde und so gab es auch an diesem Morgen einen Faktor, der uns daran zweifeln ließ, diesen Plan einhalten zu können: Es schüttete ziemlich ordentlich.

Daran änderte sich auch bis gegen 9.30 Uhr nix, also ursprünglich vorgesehene Rudertour ist hiermit gecancelled. Wat nu? Nachdem es etwas später weniger regnete, kam die Idee, mit Günni und Mosel Richtung Worpswede/ Neu-Helgoland zu rudern und von dort aus zu Fuß nach Worpswede-City zu laufen und sich mal dort ein bisschen umzusehen. Den Stift ließen wir zurück, Steffi (Verletzung an der Hand) und Ian (ziemlich heftiger Bremsenstich) kamen mit dem Auto dorthin. An der Stelle angekommen, regnete es aber nun nicht mehr, also: weiter gehts. Bis zur Schleuse sinds noch 5 km. Also ab Richtung Schleuse und etwa 1km vor dieser regnete es dann wieder etwas mehr, also Wende marsch marsch und ab zurück nach Neu-Helgoland.

Dort gab es dann erstmal Mittagessen, bevor sich dann alle 11 auf einen 5 km langen Fußmarsch nach Worpswede und zurück aufmachten. Der Rückweg zum Bootshaus führte über einen kleinen Umweg, da Sebastian B. den Vorschlag machte, in einen kleineren Kanal (etwa 4 km vor dem Bootshaus) zu fahren, der dann aber im Verlauf immer enger wurde und es nach wenigen hundert Metern nicht mehr moeglich war, weiterzukommen.

Mäxchen!

Irgendwie schafften es beide Boote (inzwischen waren alle Bootsinsassen mindestens Diplom-Botaniker) da wieder rauszukommen und auf dem direkten Wege zum Bootshaus zu rudern. Dieses erreichten wir verhältnismäßig früh (gegen 16 Uhr), sodass wir zunächst in aller Ruhe den am Morgen von Gertrud zubereiteten Hefezopf genießen konnten, ehe wir in das all-abendliche Ritual (Essen zubereiten (an diesem Abend Lachs-Gratin) und Mäxchen-Spielen)übergingen.

Tag 5: Aufstehen, Abriggern, Aufräumen, Abschied, Abfahrt

Am Vorabend des letzten Tages beschloss die Gruppenleitung, dass am nächsten Morgen mal die Jüngeren für die Zubereitung des Frühstücks zuständig sein sollten.

Dementsprechend spät gab es dann Essen und so war dann auch endgültig klar: Heute is nix mehr mit rudern. Also direkt nach der Nahrungsaufnahme zusammenpacken und alles wieder schön herrichten. Nachdem gegen 11.30 Uhr alles soweit fertig war, wurden noch Ian (von Eltern abgeholt) und Matthias (Weiterreise nach Hamburg) verabschiedet und mit Bus, dessen Platzangebot jetzt natürlich deutlich besser war, und Auto gings auf einer regnerischen Fahrt zurück nach Köln, das gegen 16 Uhr erreicht wurde.

Teilnehmer:

Stefan Zuther, Sebastian Bothe, Stephanie Irmscher, Andreas Fröhlingsdorf, Matthias Lehmann, Christine Wardenbach, Alexander Wardenbach, Gertrud Langenfeld, Ian Noack, Hendrik Friedrich, Patrick Elfenthal

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written by Matthias Lehmann
publiziert auf messingdolle.de, unter der Mithilfe von Andreas Fröhlingsdorf und mit freundlicher Unterstützung von Sebastian Bothe

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