Mosel
aus Messingdolle
Pfingstwanderfahrt 2008 - oder: Wer nicht schmiert, verliert.
Tja wenn er das geahnt hätte, unser werter Herr Fahrtenleiter. Einfach mal die Kinderwanderfahrt vom Sommer auf Pfingsten vorverlegt...und was passiert? Das Sommerwetter verlegt sich kurzerhand auch einfach mal vor und bescherte uns die gesamte Wanderfahrt Sonne pur. Von größeren Sonnenstichen blieben wir zum Glück soweit verschont, aber ohne die nahezu exzessive Verwendung von Sonnencreme hätten wir schnell ausgesehen wie Grillwürstchen. Zu den nackten Fakten:
Was? - Kinder- und Jugendwanderfahrt
Wo? - Saar/Mosel
Wann? - 09.05. - 13.05.2008
Wie? - schweißtreibendes rudern
Das Verladen der Boote am Donnerstag verlief an sich problemlos, waren ja auch nur 2 Boote zum "auf-den-Hänger-legen", allerdings klappte das mit dem Austarieren der Stützlast nicht so dolle, sodass wir die Gelegenheit hatten, unsere Technik des Boote- Auf- und wieder Abladens und -Drehens zu perfektionieren.
Am Freitag Punkt 16.00 Uhr war Abfahrt mit Bus+Hänger und Auto um sich dem Kampf der Giga-Staus zu stellen. Schließlich waren es allein in NRW an diesem Nachmittag über 400km Blechlawinen. Nachdem man sich aus Köln raus gekämpft hatte, ging es aber relativ gut voran, sodass der RV Treviris gegen 19 Uhr erreicht war, wo Guido schon auf uns wartete. Man richtete sich auch alsbald ein und ließ den Abend bei Risotto mit Frikadellen ausklingen.
Wie auch an jedem der folgenden Tage weckte Johannes' Handy die Mannschaft um 7 Uhr, worauffolgend die Frühstücksvorbereitungen in Gang gesetzt wurden. Eine Küche stand uns nicht zur Verfügung, aber der Campingkocher leistete gute Arbeit und so musste man neben Kaffee und Tee auch auf gekochte Eier nicht verzichten. Frisch gestärkt verteilten wir uns auf Bus und Auto um nach Saarburg zu fahren, dem Startpunkt unserer ersten Etappe. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto vor prächtigem Panorama, besetzten wir Neckar und Günter Kraus und ruderten los. Nach wenigen Kilometern bot sich hinter der Schleuse Kanzem in einem Nebenarm der Saar eine einladende Möglichkeit zur Mittagspause, die wir auch zu nutzen wussten. Das Sonnentape spendete den nötigen Schatten und nach dem Essen versuchte so mancher im Gewässer gegen die Strömung anzuschwimmen, zumeist war aber mehr als auf-der-Stelle-schwimmen nicht drin. Es folgten die letzten Kilometer gemütlich auf der Saar, nichtsahnend welch kleine Überraschung uns beim "Abbiegen" auf die Mosel erwartete: Gegenwind. Und zwar recht ordentlich. Aufgrund der Temperaturen von wenig unter 30°C war uns dieser aber nicht unangenehm. So brauchten wir also für die knapp 5 Kilometer bis zur Schleuse in Trier aber etwas länger. Dort angekommen mussten Johannes und Sebastian erstmal erkunden, wie es denn hier für uns weiterginge. Und nach Rücksprache mit dem Schleusenwärter war unser Besuch bei den Gänsen am Ufer von längerer Natur, denn eine gute Stunde Wartezeit verging bis die letzten 2km bis zum Bootshaus in Angriff genommen werden konnten. Und das dauerte zu lang, schließlich musste man noch für 3 Tage einkaufen. Also machten sich Guido und Mattes per pedes auf den Weg zum Boothaus um von dort den örtlich ansässigen Aldi nach noch vorhandenen Lebensmitteln abzusuchen. Die meisten essbaren Dinge waren aber nicht mehr frischer Natur (man konnte aber auch nachmittags um 16.30 Uhr nicht mehr unbedingt frisches Fleisch und/oder Obst und Gemüse erwarten), sodass der ursprüngliche Plan eines Grillabends (in dem Sinne) über Bord geworfen wurde und man sich für Hamburger mit Salat aussprach. Nachdem wir zuvor einen absolut vollgepackten Einkaufswagen bei Aldi an der Kasse aus- und wieder einluden, musste Guido eine leidige Erfahrung machen. Warum muss diese Welt aber auch so gierig nach Materiellem sein? Kann man nicht einfach mal ohne zu bezahlen wieder abhauen? Nein, die Kassiererin wollte dann doch lieber 102€ von ihm haben, dumm nur, dass Guido sein Portmonee nicht mit zu Aldi genommen hatte. Freundlicherweise stellte die Kassiererin den Wagen solange in die Kühlung, bis wir mit Geld und Fahrtenleiter ein zweites Mal aufkreuzten. Da nicht alles bekommen, was gewollt, fuhren wir sodann noch zu Plus und Real um dann auch wirklich für das lange Wochenende eingedeckt zu sein. Nach den verspeisten Hamburgern machten sich Johannes, Guido, Marcel, Daniel und Mattes noch auf einen kleinen Spaziergang entlang der Mosel und zur Trierer Südstadt auf.
Der Sonntag begann mit Packen, denn an diesem Tag war ein Quartierwechsel angesagt. Wir zogen mit Sack und Pack von Trier nach Bernkastel-Kues, d.h. eigentlich luden wir erstmal nur alles in den Bus, denn gerudert wurde heute von Trier nach Detzem. Diese Etappe stellte mit 28km die längste während dieser Wanderfahrt dar, was aber nicht zuletzt ob der Sonnenintensität nicht ernsthaft verwunderlich war. Vorbei an wunderschönen Weinbergen und Weinbergen und wenigen waldigen Abschnitten (dazwischen ein paar Weinberge), rasteten wir an einem Campingplatz in Schweich. Auch dort zogen wir nach einigen Startschwierigkeiten wieder unser Sonnentape auf, taten dies allerdings direkt am Eingang des Campingplatzes und verdeckten den Schaukasten. Dies wurde aber zum Glück erst als wir schon fertig gesättigt waren von der Campingplatzleitung bemeckert. Anschließend wurden die letzten Kilometer bis Detzem in Angriff genommen. In Detzem angekommen fuhren Mattes, Johannes, Florian, Niklas und Marcel sogleich nach Bernkastel-Kues voraus um den Schlüssel fürs Bootshaus entgegenzunehmen. Allerdings waren alle Versuche, Johannes zu erreichen (ja auch der zuständige Bernkasteler Ruderwart hieß Johannes) erfolglos, sodass, in Bernkastel-Kues angekommen, erstmal ne ordentliche Runde Warten anstand. Erst knappe 2 Stunden später, nachdem inzwischen auch alle anderen aus Trier nachgekommen waren, fand die offizielle Schlüsselübergabe statt und wir machten uns sogleich ans Essen Zubereiten, heute gab es den Klassiker Nudeln mit Bolognese-Soße. Dabei machten wir zwischendurch auf der Mosel eine interessante Entdeckung, als sich nämlich eine Mannschaft samt Boot der Bonner RG in ihrer ganzen Erschöpfung an ein Motorboot anseilen ließ und in einem ziemlichen Affenzahn an uns vorbeibrauste. In der Abenddämmerung machten sich noch fast alle auf einen kleinen Spaziergang Richtung Stadtmitte auf, bevor auch sie ihr Schlafquartier in der ersten Etage des Bootshauses (die meisten draußen) bezogen.
Montag. Aber alles schön ruhig, weil ja heute Friede, Freude, Feiertag. Rudertechnisch waren die 25km von Detzem zur Schleuse Wintrich zu bewältigen, wobei gerade gegen Ende der Ort auch gerne in WINDrich hätte umgetauft werden können. Ziemlich zügig legten wir die gute erste Hälfte der Etappe bis hinter Neumagen zurück um dann nach einem geeigneten Rastplatz Ausschau zu halten, der sich wenige km später in Piesport (welches Wortspiel wir hier auch angesichts des Zusatzes am Ortseingangsschild "der Ort des goldenen Tröpfchens" praktizierten, muss ich wohl kaum näher erläutern) ergab. Nach der Speisung genehmigten wir uns noch in der nebenan befindlichen Straußenwirtschaft einen erfrischenden Traubensaft- oder Schorle - Drink. Hierbei bekamen diejenigen, die im Vorfeld weder Traubensaft noch -Schorle haben wollten und deswegen eine Apfelschorle bestellten, kurzerhand ein Überraschungsgetränk, das schlichtweg aus einer Traubenschorle nur mit mehr Wasser und weniger Saft bestand. Nach kurzer Dauerbelagerung des dort einzig vorhandenen Aborts stürmten wir mit besagten Luftwirbelverhältnissen die letzten Kilometer bis zur Schleuse, wobei die gegen Ende der Etappe typischerweise auftretenden Unmutsbekundungen á la "Wann simmer endlich daaaa?" von unserem jüngsten Mitglied sogleich mit einem "2km? - Ist doch lachhaft" quittiert wurden. Nach der Ankunft in Wintrich machten sich Johannes, Guido und Mattes wie jeden Tag wieder auf, um Autos und Bus vom letzten zum nun gewünschten Bestimmungsort zu bringen. In Bernkastel-Kues angekommen begegneten wir wieder dem Bernkasteler-Johannes, der dort auf eine Kölner Rudergruppe wartete, die neben uns die folgende Nacht dort verbringen wollte. Nachdem wir ihm eröffneten, dass diese noch ein paar Kilometer vom Ziel entfernt waren, eröffnete er uns, dass diese ihn dann mal gerne haben könnten und bat uns, ihnen dann den Schlüssel zu übergeben. Nun wurde ein letztes Mal auf dieser Wanderfahrt das Abendessen zubereitet, es standen Kartoffeln mit Bohnen und Würstchen auf dem Speiseplan. Mattes legte auf Anregung einiger Teilnehmer mal eine ungewohnt längere Redepause ein (das einstündige Schweigen führte allerdings im Verlaufe zu einigen Irritationen), aber was tut man nicht alles um Geld zu verdienen (5 Cent ist auch Geld! Ok, eher stand hier die Befriedigung der Ruhebedürfnisse einzelner Leute im Vordergrund). Der Abend wurde individuell zum viel zitierten "dies und das machen" genutzt und auch zeitiges Zu-Bett-Gehen war angesichts der bisherigen Tage durchaus nicht unangebracht.
Knappe 2 Stunden benötigten wir für die letzte Etappe am Dienstag über 13km von der Schleuse Wintrich zum Boothaus in Bernkastel-Kues. Dort gegen 12 Uhr angekommen, trafen wir noch die letzten der Kölner an, die dort erst gerade ablegten um eine 40km-Etappe zu starten. Nach großflächigem Putzen, Umstellen, Einstellen, Aufräumen, Abriggern sowie Ein- und Aufladen leerten wir weitesgehend noch einmal die Fresstone und markierten mit Nutella auf dem Bootshallenboden, dass wir da waren.
14 Uhr war Abfahrt und über die örtliche Tanke und die A1, A48, A61, A565, A555, A4 und A3 erreichten wir das Bootshaus Stammheim knappe bzw gute 2 Stunden später.
Es war eine sehr warme und sehr schöne Wanderfahrt, bei der wir alle viel Spass hatten!
Und hier wie immer noch einige Stichpunkte für Insider:
- Mei, is des scheeee...des muss der Rhein sein
- Der Jupiter bratzt aber wieder ganz schön
- Und dann die Hände zum Himmel, komm lass uns runterfallen[...]und keiner fällt allein
- Schlamm, Schlamm, Schlamm
- Hütchen im Weg? Ach, einfach weg damit!
- Es war Pfingstmontag 15.15 Uhr...
Mattes
Teilnehmer: Johannes Langenfeld, Sebastian Bothe, Beate Ockelmann, Guido Leutz, Getrud Langenfeld, Daniel Müller, Matthias Lehmann, Florian Kaulhausen, Marcel Nolden, Niklas Friedel.
