Pfingsten 2007
aus Messingdolle
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Eckpunkte
Ziel: Französische und belgische Maas (Meuse)
Teilnehmer: S. Bothe, S. Irmscher, A. Langenfeld, J. Langenfeld, G. Leutz, B. Ockelmann, R. Ockelmann, B. Wingenfeld
1. Tag: Charleville-Méziers - Montherme
2. Tag: Monthermé - Revin
3. Tag: Revin - Vireux-Molhain
4. Tag: Vireux-Molhain - Dinant
5. Tag: Wépion - Dinant
Pfingstmontag: Anreise mit einigen Schwierigkeiten
Los ging es an einem schönen Montag Morgen. Schön? Naja, ok, es regnete in Strömen und alle vorbeikommenden Clubmitglieder wünschten uns ihr Beileid. Aber egal, das Wetter wird schon besser werden..... Prompt waren wir krankheitsbedingt auch 2 Teilnehmer weniger, die nachkommen wollten.
Und Abfahrt! Erstmal nur bis zur nächsten Tankstelle, dort wollten wir erstmal Öl für den Bus kaufen, denn 400km ohne Öl fahren sich nicht so toll. Diese Tankstelle hatte unser Öl aber nicht, die Aral kurz vor der Autobahn zum Glück schon. Hier haben wir auch gleich am Hänger ein Lämpchen getauscht und dann ging es wirklich ab nach Frankreich. Die erste Pinkelpause machten wir bereits ca. 30km westlich von Köln auf der A4.In Frankreich angekommen, zeigte der Himmel beim Abseilen aus den Bergen ins Maastal endlich schöne kleine Wattewölkchen. Unser erster Campingplatz war auch fix gefunden und obwohl die Betreiberin Mademoiselle Irmscher vermisste, durften wir unsere Zelte aufschlagen. Nach einem gemütlichen Abendessen in unserer kleinen Zeltstadt und einem Erkundungsspaziergang zum nächsten Bahnhof - schließlich musste man am nächsten Tag ohne Landdienst auskommen - krochen wir in unsere Schlafsäcke.
Des Regens erster Teil
Am nächsten Morgen um 6:00 weckte einen neben dem nervigen Wecker auch ein wunderbar konstantes Tröpfeln, das deutsche "Schietwetta" war uns also gefolgt. Bis endlich das Wasser für Tee, Kaffee und Eier kochte war das erste Paar Schuhe schon mal durchgeweicht.
Glücklicherweise konnte man unser an Hänger und Stangen befestigtes Sonnensegel auch als Regendach nutzen und wir konnten darunter zumindest im Trockenen Frühstücken.Kriesenrat, so richtig Lust, bis 9:00 an unserer ersten Schleuse 45km flussaufwärts zu sein, hatte irgendwie keiner. Also sagten wir unser Date mit dem Schleusenwärter in Flize ab und beschlossen die Boote erst in Charleville-Méziers einzusetzen. Dort angekommen hatte es zumindest mal aufgehört dauerhaft zu regnen. Im weiteren Tagesverlauf merkten wir dann auch, dass Wasserkästen auf Ruderplätzen eben nicht so wirklich was ziehen.
Zumindest wurde aber das Wetter konstant besser, denn es wurde trockener und wärmer.Nachmittags am Campingplatz angekommen, strahlte endlich die Sonne. Während sich ein Teil schon mal mit der Ratatouille für das Abendessen beschäftigte, fuhren Guido und Johannes mit der Bahn nach Charleville um den Bus mit Hänger sowie unsere beiden Nachzügler Steffi und Andreas einzusammeln. Steffi drohte uns dann auch gleich mit der Wetterprognose für die Nacht. Und in der Tat, die Null-Grad-Marke haben wir in dieser Nacht wohl getroffen. Zumindest mussten einige doch fast ihren kompletten Reisetascheninhalt anziehen. Dafür belohnte uns der nächste morgen mit Frühstück in der Sonne.
Die Karawane zieht weiter
Gut gestärkt konnten wir dann unsere erste Zeltstadt wieder abbauen, in Bus und Hänger verstauen und dieses mal mit zwei voll besetzten Booten gen Revin starten. Durchmischtes Wetter begleitete uns durch das schöne Maastal. Dabei konnten sich unsere Steuer-Greenhorns voll austoben und ihre Anlegekünste in den Schleusen verbessern. Schleusen, ja da war doch was. Trotz unserer Plaketten und Berechtigung, fühlte sich dieses Jahr kein Schleusenwärter so richtig für uns verantwortlich. So kam es dann, dass wir doch mehrere Male vor verschlossenen Toren lagen und die fest installierten Telefonanlagen brauchten, um uns anzukündigen. Einige Schleusen später kamen wir endlich an unserem heutigen Etappenendpunkt im Hafen von Revin an.Hier stellten wir fest, dass französische Ladenöffnungszeiten doch weniger Kunden- sondern eher Verkäuferfreundlich sind. Mit allem ausgestattet, was man für einen mexikanischen Abend so braucht, kamen wir auf unserem zweiten Campingplatz in Vireux-Molhain an. Beschrieben worden war dieser als: Grüne Wiese, wo ab und zu jemand zum Kassieren vorbeikommt.....
Das ist ein weites Feld
Und so war es! Eine grüne Wiese direkt an der Meuse mit Stromanschlüssen. Doch leider nur für Wohnmobile und einen Adapter hatten wir nicht mit.
Egal, in den Damensanitärräumen gab es auch normale Steckdosen. Eine 50m Kabeltrommel hatten wir ja auch dabei, so dass wir nicht neben das Klohaus ziehen mussten. Die Herren hatten leider nur abgeschlossene Sanitäranlagen. Bis ein Unbekannter über die Trennwand hinwegkletterte und auch hier (von innen) aufschloss.... Was die Kassiererin am nächsten Morgen doch etwas irritierte. Nach einer Übungsstunde: Zelte aufbauen bei deutlich aufgefrischtem Wind und der Erkenntnis, dass man französische Stehklos zu-nehmen-wissen-muss, wenn man keine nassen Füße haben will, gab es dann zur Belohnung ein üppiges Abendessen.
Die Geschichte vom zurückfahren, um weiter zu kommen
Wenn man doch einen Transponder hätte
Vom Landdienst in Revin abgesetzt ging es wieder weiter, aber erstmal nur bis zum nächsten Tunnel und abwarten bis es grünes Licht zur Durchfahrt gibt.An diesem Tag durften wir ein weiteres Kapitel des Buches schreiben wie schleusen Ruderboote in Frankreich?
Denn irgendwie wollte der folgende Schleusenwärter nicht verstehen, dass wir keinen Transponder besitzen, um zu schleusen... Auch nach diversen (französischen!) Erklärungen mit Händen und Füßen blieb er stur.Also blieb uns nichts anderes übrig, als uns an das nächste Motorboot zu hängen und dessen Vorteil des Transponders für uns auszunutzen. Was auch prima klappte, bis zur Mittagspause.
Diese hielten wir an am Anleger vor dem Rathaus von Fumay ab.
Bis zu unserem Campingplatz blieb dann wieder nur die Option: "Anrufen und warten" übrig. Was einige damit verbrachten, die Schlafposition in der Hera zu verbessern und vor jeder Schleuse eine kleine Siesta abzuhalten. Immerhin war es der heißeste Tag der Fahrt.
Unverständnis rief unsere Situation auch bei einer Grundschulklasse hervor:" Warum benutzt ihr keinen Transponder?"
Ja wenn man denn einen hätte....
Ein seltener Gast
Abends bekamen wir unter unserem diesmal bestimmugsgerecht genutzten Sonnensegel Besuch vom "Burgmeister". Nach kurzer Zeit konnten wir ihn überreden, dass wir mehr von seinem Gespräch hätten wenn er mit uns französisch spräche. Und was wollte der gute Herr? Ein Foto von uns, ohne Bierflaschen (!), für die Homepage der Stadt, denn er war Bürger- und nicht Burgmeister.
Des Regens zweiter Teil
Am nächsten Morgen dann wieder das geliebte Geräusch, wenn Dauerregen auf die Zeltplane prasselt....Bis schließlich irgendwann ein vom Hunger getriebener Einzelkämpfer dafür sorgte, dass man doch den warmen, trockenen Schlafsack verließ und sich ums Frühstück kümmerte.
Aber zum Rudern hatten heute nur Sebastian und Andreas Lust. Der Rest baute lieber im Regen die Zelte ab und fuhr mit der Mosel parallel zur Maas weiter.Eine Nachfrage bei der ersten belgischen Schleuse ergab, sie sind noch nichtmal bei der letzten französischen Schleuse angekommen. Also parkten wir den Bus gut sichtbar am Wasser und enternten die erste Fritterie auf belgischen Boden. Nach dieser Pause fuhren nun drei Leute weiter, während die Busmannschaft in Dinant einkaufte und am Steg auf Hera samt Mannschaft wartete. Mit Mosel und Hera auf dem Hänger ging es dann nach Wépion zum Royal Club Nautique unserem letzten Übernachtungspunkt. Hier wurden wir wieder herzlichst empfangen und konnten unsere tropfenden Zelte trocken legen.
Das Ende vom Lied
Da der Wetterbericht anhalten Dauerregen versprach, ließen wir die Boote erstmal auf dem Hänger. Am nächsten Tag beschlossen wir nach einigem hin und her, einfach vom Bootshaus aus die Maas ein Stückchen hochzufahren. Dieses Stückchen wurden dann XX Kilometer, da wir in Revin wieder aussetzten. Hier hatte der Landdienst schon das Restebuffet aufgebaut und es gab das Chili vom Vorabend. So gestärkt ging es ans Packen und am frühen Abend kamen wir wieder in Stammheim an.
