Werra
aus Messingdolle
Werra Wanderfahrt 2009
Die dritte Wanderfahrt in diesem Jahr führte uns an das schon traditionelle Ziel Werra/Weser. Am Dienstagnachmittag trafen wir uns am Bootshaus um die Boote Hera, Mosel abzuriggern und den Hänger zu beladen. Wir staunten selber nicht schlecht als alles schon in einer guten halben Stunde erledigt war. So blieb dem ein oder anderen noch genügend Zeit seine Tasche für die morgige Abfahrt zu packen.
Mittwoch der Große Tag, 16:00 Abfahrt am Bootshaus. Alle Klamotten rein in den Bus (so viel Zeug für die wenigen Leute?!) und alle einsteigen. Antonia, Sebastian, Johannes, Daniel und Christian. Stefan mussten wir noch an der S-Bahnhaltestelle abholen. Jetzt aber schnell auf die Autobahn, schließlich ist morgen Fronleichnam und die Autobahn bestimmt voll. Ja, so war es dann auch. Wir kamen aber dennoch relativ gut durch. Naja, jedenfalls bis kurz vorm Ziel die Straßensperre kam. Dort stand dann ein Polizist/Stauberater, der uns sofort eine Umleitung mit 12%Steigung empfahl, nämlich über den Hohen Meißner. Hatte er den großen Hänger hinter unserem Bus nicht gesehen?! Oben angekommen hatten wir schon einen ersten Ausblick auf Eschwege und die Umgebung. Noch schnell ein Gruppenfoto gemacht und wieder ab in den Bus, hier oben ist es nämlich verdammt kalt. Nach etwas über drei Stunden Fahrzeit sind wir dann endlich am Eschweger Ruderverein angekommen, wo Frank schon mit den Mettwürstchen für die Suppe auf uns wartete. Beim Ausladen des Busses mussten wir leider feststellen, dass sich die Gemüsesuppe halb im Bus verteilt hatte. Der Bus war schnell wieder sauber, im Gegensatz zu den ganzen Konserven und Lebensmitteln. So war unsere erste Beschäftigung putzen, putzen und nochmals putzen. Erst danach konnten wir uns in dem wirklich schönen Eschweger Bootshaus häuslich einrichten. Der Kicker in unserem Schlafraum erfreute sich schnell wachsender Beliebtheit. So spielten die einen Kicker, während die anderen gemütlich bis zum Schlafengehen zusammensaßen. Das Einschlafen in der ersten Nacht fiel schwer, da die Eschweger noch unüberhörbar bis zwei Uhr nachts quatschten.
Der nächste Tag. Das Wetter war alles andere als gut, so beschlossen wir schon am Frühstückstisch heute nicht zu rudern. Stattdessen sind wir über den Hohen Meißner nach Kassel zum Herkules Denkmal gefahren. Das Herkules Denkmal ist das Wahrzeichen der Stadt Kassel. Es liegt oben auf einem Berg und man hat eine tolle Aussicht. Vom Gipfel aus sind wir an den terrassenartig angelegten Kaskaden der Wasserspiele durch den Bergpark zum Schloss Wilhelmshöhe hinab gelaufen. Kaum waren wir am Schloss angekommen fing es kräftig an zu regnen, sodass wir schnell wieder hoch zum Bus gelaufen sind. Unterwegs haben sich Stefan und Christian noch ein Wettrennen geliefert. Um 14:00 sollten angeblich die Wasserspiele des Herkules beginnen. Also warteten wir und nichts passierte. Kurz nach zwei sind wir gegangen und nach Kassel reingefahren. In kleinen Gruppen machten wir die Stadt unsicher. Am späten Nachmittag fuhren wir zurück nach Eschwege. Dort angekommen waren wir nicht mehr allein. Eine kleine Gruppe von Kanuten leistete uns für eine Nacht Gesellschaft. Nach dem Abendessen ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.
Freitag, ein neuer Tag. Das Wetter am Frühstückstisch sieht trotz leichter Bewölkung schon ganz viel versprechend aus, so dass wir heute endlich aufs Wasser können. Unsere erste Etappe 37km führt uns von Mihla nach Eschwege. Durch den gestrigen Regen war der oft niedrige Wasserstand in Mihla ganz ok. Es wurde zwar manchmal sehr flach, aber eine Handbreit Wasser hatten wir immer unterm Kiel. Das Wetter entwickelte sich nach anfänglichen Regenschauern prächtig und so vergingen die Kilometer wie im Flug, alle hatten Spaß endlich rudern zu können. Heute sollte die Küche zur Pizzastube werden. Während Daniel, Frank und Johannes den Bus für morgen versetzten, wurde in der hauseigenen Pizzeria durch Antonia, Stefan, Sebastian und Christian leckere Pizzen zubereitet.
Zweiter Rudertag, Samstag. Nach einem leckeren, ausgiebigen Frühstück machten wir uns zum Rudern fertig. Heute wollen wir von Eschwege (Bootshaus) nach Witzenhausen rudern. Das Wetter ist heute Morgen schon traumhaft. Bei strahlend blauem Himmel lassen wir die Boote ins Wasser. Nach 1km kam schon die erste Schleuse. An dieser mussten wir sehr lange warten, da als erstes der riesige stinkende Algenteppich, der vor der Schleuse lag, hinunter geschleust wurde. Die Stimmung aller Beteiligten war gut, so dass die heute etwas längere Etappe (38km) ähnlich schnell verlief wie die gestrige. Unsere Mittagspause auf den Weg nach Witzenhausen verbrachten wir in Bad Sooden-Allendorf. Einige sonnten sich im Gras, während der andere Teil ein Eis aß und die handbetriebene Schleuse für die baldige Weiterfahrt vorbereitete. Nach der Ankunft am Kanuclub Witzenhausen fuhren wir alsbald nach Eschwege zurück. Dort angekommen wurde erst mal der Lidl gestürmt. Auf der Einkaufsliste standen Lebensmittel für das Abendessen, aber vor allem Schokolade! Das Abendessen, leckere Lasagne, wurde heute von Antonia und Sebastian zubereitet. Die Lasagne war echt lecker, doch einige schafften ihr Stück nur mit Mühe und Not. Was wohl an der vielen Schokolade, die es davor gegeben hatte, lag.
Letzter Tag (Sonntag). Heute sollte es nur eine kurze Etappe (17km) von Witzenhausen nach Laubach werden, damit wir wieder zeitig in Köln sind. Doch auf dieser Etappe gab es 5 km vor dem Ziel ein Highlight – den Flutgraben bei Hedemünden, die Achterbahn für Ruderboote. In den letzten Tagen hatten wir die Werra, wie im Wanderruderführer beschrieben, als heiteren und lebendigen Fluss kennengelernt, doch der Flutgraben von Hedemünden toppte alles Bisherige. Einigen war sichtlich unwohl, andere hingegen hatten Spaß und wollten eine Wiederholung. Nachdem wir noch am Campingplatz Zella, mit der freundlichen Oma, vorbei ruderten, erreichten wir alsbald die Anlegestelle Laubach kurz vor der Autobahn-/Zugbrücke. Hier endete unsere Wanderfahrt. Nachdem die Boote abgerrigert, der Bus beladen und unsere Mittagspause unterhalb der Brücke beendet war, machten wir uns auf den Weg nach Köln. Von Frank mussten wir uns schon bald verabschieden, da wir ihn nach nur wenigen Kilometern Fahrt am Bahnhof in Hann Münden absetzten. Auf der Rückfahrt nach Köln, standen wir insgesamt länger im Stau als am Mittwoch bei der Hinfahrt. Dennoch kamen wir bei Zeit am Bootshaus in Stammheim an. Das Aufräumen, Aufriggern und Putzen der Boote erledigte sich ähnlich flott wie zu Beginn der Fahrt. Und am Ende waren sich alle einig, es war wieder einmal eine tolle und lustige Wanderfahrt!
Antonia & Christian
